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Die Rundfunk-Anstalt Südtirol RAS setzt jetzt den zweiten Teil der von der Europäischen Union gesetzlich vorgeschriebenen Digitalisierung um. Nach der Umstellung von SF1, SF2 und ARD wird die Ausstrahlung des Zweiten Deutschen Fernsehens von analog auf digital umgestellt. Für die geplante Umstellung ist folgender Zeitplan vorgesehen: Ab 16. Oktober kann das ZDF im Großraum Bozen, Meran und Burggrafenamt, Überetsch, Unterland, Deutschnonsberg, Durnholz, Pens und unteres Eisacktal digital empfangen werden. Ab 23. Oktober wird die Umstellung des ZDF in den übrigen Zonen des Sarntals, Tiersertals und Eggentals erfolgen. Im Pustertal, im oberen Eisacktal, im Wipptal und im Vinschgau hingegen wird die Umstellung erst im kommenden Frühjahr erfolgen. Bis Ende des kommenden Jahres werden in ganz Südtirol das ZDF, die österreichischen Programme ORF1 und ORF2 sowie die Programme SF1, SF2 und ARD in digitaler Form zu empfangen sein. Die beiden österreichischen Sender und die Programme der RAI können weiterhin analog empfangen werden.

Die schrittweise Umstellung soll es der Südtiroler Bevölkerung ermöglichen, sich auf die Digitalisierung vorzubereiten. Die Digitalisierung und der Fortschritt der Technik erfordern auch eine Anpassung und Modernisierung der Geräte und Dienstleistungen der RAS. So wurde nun das neue Sende- und Überwachungszentrum der RAS mit hochtechnischen, speziellen Geräten in Betrieb genommen. Die Südtiroler Bevölkerung ist eingeladen an drei Nachmittagen im Oktober das Sendezentrum der RAS zu besichtigen und kann dort Informationen über die Digitalisierung einholen. Informationen: www.ras.bz.it.

Die Vorteile der Digitalisierung
Die Digitalisierung der TV-Übertragungswege bringt für die KonsumentInnen zahlreiche Vorteile. „Für den Konsumenten bedeutet die Digitalisierung einen besseren Empfang bzw. eine gute Bild- und Tonqualität, die Versorgung zusätzlicher Gebiete, den Empfang weiterer neuer Fernsehprogramme sowie den Empfang von Zusatzinformationen. Somit können in Zukunft von der RAS Meldungen des Zivilschutzes kurzfristig eingeblendet werden. Wir sind in Südtirol in Sachen digitale Sendetechnik gut unterwegs,“ so Helmuth Hendrich, Präsident der RAS. Mit der digitalen Sendetechnik können in Zukunft auch Gebiete versorgt werden, bei denen bisher der Empfang der analogen Programme der RAS und der RAI nicht möglich war (Bsp. Teilgebiete im Sarntal, in der Umgebung von Schlanders, Rein und Mölten). Die Digitalisierung bringt vor allem auch im Bereich des Hörfunks große Vorteile. Schon seit einiger Zeit können bis zu 21 Hörfunkprogramme digital, also rausch- und störungsfrei, über DAB-Digital-Radio empfangen werden. Es sind dies die Programme Ö1, Ö2, Ö3, FM4, Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, Bayern 4, Bayern 5, Swissjazz, Radio Rumantsch, das Kinderprogramm Radijojo, Radio Opera, die RAI-Programme mit dem Sender Bozen und die Privatsender Radio 2000, Radio Gherdeina, Radio Grüne Welle, Südtirol 1 und Radio Tirol. Diese Radioprogramme sind auch in den meisten Südtiroler Tunnels empfangbar.

Ratschlag für den Konsumenten
Das digitale Fernsehen kann über herkömmliche Fernsehgeräte und Antennen empfangen werden. Umbauten oder eine spezielle Antenne sind nicht notwendig. Ein digitales Empfangsgerät - auch Set-Top-Box oder DVB-T-Receiver genannt - das zwischen Antenne und Fernsehgerät installiert wird, sorgt für den digitalen Empfang. Wer also keinen Satellitenanschluss besitzt und weiter das ZDF empfangen will, muss sich eine Set-Top-Box kaufen. Auf dem Markt ist eine Vielzahl von Set-Top-Boxen in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Neben komfortablen Multimedia-Boxen sind auch bescheidenere Geräte schon ab 70 Euro erhältlich. Es gibt dabei verschiedene Modelle die zur Auswahl stehen: ein reiner Empfänger für terrestrisches DVB-T, ein Empfänger mit MHP (eine Art grafisch aufgepeppter Videotext) oder ein kombinierter Empfänger für terrestrisches Fernsehen und Satellit. Außerdem stehen Empfänger für terrestrisches Fernsehen und integriertem Satellitenempfänger für die Aufnahme von Sendungen zur Auswahl. Bei diesen Geräten ist alles in einem vorhanden und man benötigt nur eine Fernbedienung. Als Alternative bietet sich der Kauf eines Fernsehgerätes mit eingebautem digitalen Empfänger an. Für den Neukauf eines Fernsehgerätes mit eingebautem digitalen terrestrischen Empfänger ist bis Ende des Jahres vom italienischen Staat eine Steuervergünstigung bis zu 200 Euro vorgesehen. Den Konsumenten wird empfohlen, sich vom Fachhändler beraten zu lassen.

RAS lädt zum Tag der offenen Tür
Eine weitere Möglichkeit sich über die Digitalisierung zu informieren und beraten zu lassen sowie hinter die Kulissen der Rundfunk-Anstalt Südtirol zu blicken, bieten Informationsnachmittage bei der RAS vor Ort. Am Dienstag (16.10.) und Mittwoch (17.10.) jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie am Donnerstag (18.10.) von 14.00 bis 20.00 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, den Sitz der RAS in der Europaallee 164/A und dessen neues Sendezentrum zu besuchen. Der Tag der offenen Tür soll vor allem auch für Fachleute eine Gelegenheit sein, mit den Technikern der RAS in Verbindung zu treten und evtl. Unsicherheiten und Fragen mit den Experten vor Ort abzuklären. Der Eintritt ist frei, es ist keine Anmeldung erforderlich und jeder ist willkommen.

Information der Bevölkerung als oberstes Gebot
Vor 30 Jahren wurde die RAS als öffentlicher Rundfunkdienst des Landes Südtirol gegründet. Hauptaufgabe ist die Verbreitung der Hörfunk- und Fernsehprogramme in Südtirol aus dem deutsch- und ladinischsprachigen Kulturraum. Dafür stellen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Österreichs, Deutschlands und der Schweiz ihre Programme unentgeltlich zur Verfügung. Grundlage dafür war und ist die enge Zusammenarbeit mit ORF, ZDF, SRG, ARD, RAI, dem Kommunikationsministerium und den privaten Rundfunkbetreibern. Für die Versorgung der markanten Südtiroler Berglandschaft bedarf es eines engmaschig aufgebauten Sendernetzes, wobei oft schwierige technische, geographische und klimatische Gegebenheiten zu überwinden sind. Die RAS betreibt derzeit etwa 900 Sende- und Empfangsanlagen an rund 120 Sendestandorten im ganzen Land. In diesem weit verzweigten Sendernetz werden mehr als 150 Richtfunkstrecken und modernste Digitaltechnik eingesetzt. Bei der RAS sind 28 MitarbeiterInnen beschäftigt. Der vollständige Umstieg von der analogen auf die digitale Sendetechnik, der Ausbau von gemeinsamen Sendestandorten, die von RAS, RAI, privatem Rundfunk, Funkdiensten und Mobilfunkbetreibern genutzt werden können sowie die flächendeckende Verbreitung neuer Kommunikationstechnologien gehören zu den größten aktuellen Herausforderungen der RAS. Dabei steht eine optimale Qualität des Angebots sowie bestmögliche Sicherheit der Infrastrukturen und des Services an oberster Stelle.

im Bild: Inbetriebnahme des neuen Sendezentrums der RAS durch die Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur