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Interview mit Enrico Steger, Erfinder der manuellen Zirkonfrästechnologie und Gründer des erfolgreichen Unternehmens Zirkonzahn.

Zahlen & Fakten von Zirkonzahn, Gais
• 2003 gegründet
• Heute insgesamt knapp 50 MitarbeiterInnen (davon ca. 80% Frauen)
• das Durchschnittsalter der MitarbeiterInnen liegt unter 30 Jahren
• im Hauptsitz in Gais spricht man 12 Sprachen
• Zähne aus Zirkonzahn haben eine Lebensdauer von über 50 Jahren
• heute weltweiter Export in 78 Länder
• Niederlassungen in 15 Ländern und zahlreiche fiskalische Standorte
• Umsatz: etwa 15 Mio. Euro
• Produktpalette: manuelles Zirkonfräsgerät, Absauganlage, Brennofen, die Färbeflüssigkeiten und Zirkonrohlinge
www.zirkonzahn.com.

Herr Steger, Ihr Unternehmen Zirkonzahn stellt Zähne bzw. Gebisse aus Zirkon her und Sie sind der Erfinder der manuellen Zirkonfräsmaschine. Diese Maschine ist einzigartig wie auch die Zirkonzähne, die über 50 Jahre halten und härter sind als Stahl. Zirkonzahn ist Weltmarktführer in dieser Nische und die Mitarbeiterzahl ist in wenigen Jahren auf fast 50 angestiegen. Außenstellen gibt es bereits u. a. in Mexiko und den USA. Im Hauptsitz in Gais werden zwölf Sprachen gesprochen. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis für diese Entwicklung?
„Das Erfolgsrezept ist einfach: Zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Produkt an der richtigen Stelle zu sein. Und dafür braucht es viel Gespür für den Markt und dessen Entwicklung und Trends, selbstverständlich großes Fachwissen und natürlich eine Unmenge an Glück. Ich habe durch meine Erfahrung als Zahntechniker vor der Gründung von Zirkonzahn die Branche sehr gut kennen gelernt. Außerdem habe ich damals viele Jahre Referate über künstliche Zähne in vielen Ländern der Welt gehalten und konnte dadurch schon viele interessante Kontakte knüpfen. Dies gab mir für die neue Erfindung natürlich auch einen großen Vertrauensvorschuss.“

Wie kam es dazu, dass Sie sich gerade das Pustertal bzw. Gais als Firmensitz ausgesucht haben? Gibt es da nicht logistische Probleme?
„Ich bin im Ahrntal zu Hause und da war es nahe liegend den Firmensitz dort zu errichten. Von Gais aus verkaufen wir in die ganze Welt. Unsere Mitarbeiter sprechen 12 Sprachen, so können wir unsere Kunden direkt beraten und bedienen. Die Bewerbung der Zirkonfräse und der -zähne erfolgt über Vorführungen und Vorträge vor Ort bei den Zahntechnikern sowie über Präsenz in den speziellen Fachzeitschriften. Vor Verkaufsstart der entwickelten manuellen Zirkonfräse hielt ich weltweit Vorträge über den Nutzen dieses Geräts. Die Aktion erbrachte schon 600 konkrete Interessenten. Erst dann besuchte ich die Zahntechniker von Süditalien bis zum Nordkap und führte die neue Maschine vor. Die Leute waren begeistert vom Ergebnis, das sie mit unserem Zirkograph erzielten. Heute hat Zirkonzahn Niederlassungen in 15 Ländern und zahlreiche Fiskalvertretungen. Wir verkaufen unsere Produkte in 78 Staaten, u.a. nach GB, in die USA, Spanien, Mexiko, Korea, Südafrika und Australien. Der Verkauf wird per Vorkasse abgewickelt und die Produkte von Gais per UPS in die ganze Welt verschickt. Sie sehen der abgelegene Standort stellt kein Problem dar.“

Ist der Standort nicht etwas problematisch, wenn es darum geht gute MitarbeiterInnen bzw. Fachkräfte zu finden?
„Nein keines Falls, damit haben wir keine Probleme. Wir haben viele einheimische MitarbeiterInnen, welche die verschiedensten Sprachen beherrschen oder zugewanderte Personen, für die Russisch, Finnisch usw. die Muttersprache ist. Das Fachwissen vermitteln wir dann in speziellen Schulungen und Vorführungen. Das gesamte Team muss auch selbst einmal an der Maschine gearbeitet haben. Interessant ist, dass das durchschnittliche Alter meiner Leute unter 30 Jahre ist: alles engagierte, junge, flexible Menschen. Was die technischen Fachkräfte betrifft, so schaue ich mich in der Gewerbeoberschule nach Talenten um, welche wir dann zu uns holen und ausbilden. Ich versuche auch immer diesen lokalen Bezug zu fördern. So tragen die Büros unserer MitarbeiterInnen den Namen ihrer Heimatorte oder wir haben beispielsweise eine Zahnbrücke namens „Prettau“.“

Im Bild 1: Enrico Steger

Im Bild 2: die von Steger entwickelte manuelle Zirkonfräse