Nach einigen Monaten der Vorbereitung, dürfen jetzt auch Heil- und Gewürzpflanzen das Qualitätszeichen Südtirol tragen. Die wachsende Beliebtheit der Heil- und Gewürzpflanzen bzw. ihre Wiederentdeckung durch die Verbraucher rechtfertigt diesen Schritt. Die Südtiroler Heil- und Gewürzpflanzen, zu denen unter anderem die Zitronen- und Goldmelisse, die Ringel- und Kornblume und verschiedene Minzesorten gehören, zeichnen sich durch ein besonders intensives Aroma und kräftige Blütenfarben aus. Jedoch wissen heute nur noch wenige Menschen über die Heil- und Gewürzpflanzen bzw. deren Ernte Bescheid. Wie kann man zwischen guter und minderer Qualität unterscheiden? Wer garantiert, dass die angebotenen Produkte nur die Pflanzenbestandteile enthalten, die man wirklich verwenden kann? Das Qualitätszeichen Südtirol garantiert hohe und kontrollierte Qualitätsstandards und die Herkunft aus Südtirol. Es ist der Garant für streng kontrollierte Qualitätskriterien. 10 Anbauer in Südtirol haben sich der Herstellung von Qualitätsheil- und –gewürzpflanzen verschrieben. Die Kräuterpflanzen werden in Aromaschutzsäckchen verpackt, welche den Erhalt des Aromas und der wertvollen Inhaltsstoffe gewährleistet. Die Heil- und Gewürzpflanzen sind im Direktverkauf beim Anbauer und in ausgewählten Fachgeschäften erhältlich. Eine Liste der Hersteller und Informationen findet man auf der Internetseite www.suedtirol.info/kraeuter. Heil- und Gewürzpflanzen haben eine vielseitige Verwendung als wohltuende Aufgüsse oder Badezusätze, als Kräuterkissen, als Gewürze für Speisen wie Fleisch, Suppen, Salate, Käse usw. oder zur therapeutischen Anwendung bei so manch einem Wehwehchen.
Fernab vom Verkehr & streng kontrolliert
Wie für alle Produktgruppen, die das Qualitätszeichen Südtirol tragen, wurde auch für die Heil- und Gewürzpflanzen ein Pflichtenheft erstellt. Die dort festgehaltenen Regeln sind von den Kräuteranbauern strikt zu befolgen. Ihre Einhaltung wird von einer unabhängigen Kontrollstelle, die von EOS der Handelskammer Bozen koordiniert wird, regelmäßig kontrolliert. Die 10 Anbauer, teils im Haupt- teils im Nebenerwerb, haben die Eingangskontrolle bestanden und wurden von der Fachkommission positiv bewertet. Ihre Heil- und Gewürzpflanzen stammen aus ökologischer Landwirtschaft. Die Ernte erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Pflanzenteile am meisten Wirkstoffe enthalten. Sie werden in geeigneten Entfeuchtungs- oder Warmluftanlagen schonend getrocknet und ihre Anbaugebiete liegen mindestens 500 m über Meereshöhe, fernab von Ballungszentren und großen Verkehrsadern. Hygienevorschriften wie die Lagerung in für Lebensmittel geeigneten Behältern sind streng einzuhalten. Zusatzstoffe wie z.B. Säuerungsmittel oder Feuchthaltemittel dürfen nicht verwendet werden. Die Kräuterprodukte mit dem Qualitätszeichen dürfen nur als Fertigprodukt im Aromaschutzsäckchen und mit entsprechender Etikettierung in den Handel gebracht werden.
Blick hinter die Kulissen der Kräuterhöfe
Die Ernte der Heil- und Gewürzpflanzen mit dem Qualitätszeichen Südtirol beginnt Mitte Mai und endet im Herbst. Einige der Anbauer bieten in dieser Zeit Führungen durch ihre Kräutergärten bzw. Höfe an und informieren dabei über die Verwendungsmöglichkeiten der Pflanzen. So gibt es Führungen durch den Kräutergarten Bergila in Pfalzen, beim Pflegerhof in Seis und beim Kräuterschlössl in Goldrain. Informationen darüber gibt es auf der Internetseite www.suedtirol.info/kraeuter.
im Bild 1:
Heil- und Gewürzpflanzen mit Südtiroler Qualitätszeichen werden nur in Aromaschutzsäckchen verpackt
im Bild 2:
Heil- und Gewürzpflanzen mit Südtiroler Qualitätszeichen dürfen nur über 500 m Meereshöhe angebaut werden