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Die Almkäseolympiade in Galtür gilt als größter und wichtigster internationaler Wettbewerb der Almkäse im Alpenraum. Über 180 Käse nahmen heuer daran teil - ein neuer Rekord. Einen Rekord konnten auch die Teilnehmer aus Südtirol verzeichnen, sie brachten 10 Medaillen mit nach Hause.Es ging wie immer um viel: Die Galtürer Sennerharfe in Gold, Silber oder Bronze ist zweifelsohne eine der begehrtesten Auszeichnungen für Almkäse. Aus Südtirol waren heuer 20 Sennalmen mit dabei: 17 aus dem Vinschgau, 1 aus Ulten und 2 aus dem Eisack- bzw. Wipptal. Die weitaus größte und damit wohl interessanteste Wettbewerbsgruppe bildete wiederum die Kategorie „Schnittkäse über 45 % F.i.T.“ In diese Gruppe fielen die 17 Vinschgauer Alpkäse und der Käse der Äußeren Schwemmalm, Ulten. Für den mittlerweile weitum bekannten Vinschgauer Alpkäse ist das heurige Ergebnis wiederum ein gewaltiger Erfolg: von den 17 Vinschgauer Almen kamen 9 in die Medaillenränge: die Goldene holten die Planeiler Alm mit Senn Martin Paulmichl und die Latscher Alm mit Senn Ernst Patscheider, Silber erhielten die Tarscher Alm mit Senn Josef Ladurner und die Prader Alm mit Sennin Brigitte Raich, Bronze gab es für die Kaproner Alm mit Sennin Elisabeth Haid, die Brugger Alm mit Sennin Karin Gruber, die Melager Alm mit Senn Egon Folie, die Reschner Alm mit Sennin Petra Gerwers und die Laatscher Alm mit Sennin Martina Wiencol. Norbert Zöschg von der Äußeren Schwemmalm in Ulten sorgte schließlich dafür, dass sein im Vorjahr mit einer Bronzemedaille ausgezeichneter Käse wiederum zu den absolut besten gehörte: er holte wiederum eine Bronzemedaille und bestätigte damit die hohe Qualität seines Produkts.

Neben Fachleuten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren auch Bertram Stecher und Andreas Österreicher vom Sennereiverband Südtirol in der 18-köpfigen Jury vertreten. Für Bertram Stecher, Almberater des Sennereiverbandes Südtirol, ist das Ergebnis wiederum eine sehr erfreuliche Bestätigung des hohen Qualitätsniveaus der Südtiroler Almprodukte - insbesondere des Vinschgauer Alpkäse. „Noch vor kurzem schien eine Medaille in Galtür für uns fast unerreichbar zu sein, eine Goldmedaille sowieso nicht“ meint Bertram Stecher und er fügt an: „Das Ergebnis solcher Verkostungen darf aber nicht überbewertet werden. Es handelt sich um eine Momentaufnahme, um die Beurteilung eines einzigen Laibes. Naturgemäß gehört bei diesen Veranstaltungen immer etwas Glück dazu. Letztlich zählt auf einer Alm das Qualitätsniveau des gesamten Käsekellers und die Zufriedenheit der Bauern und Kunden“. Dass die Qualität der Alpprodukte mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht hat freut auch Landesrat für Landwirtschaft und Tourismus Hans Berger. „Almprodukte gelten als etwas besonderes und einzigartiges, sie sind äußerst wertvolle Tourismusbotschafter für unser Land“ sagt Berger und gratuliert den prämierten Almen.

Alle Wettbewerbsteilnehmer stellten ihre Käse im zur Veranstaltung gehörenden Käsemarkt aus und boten sie zur Verkostung und zum Verkauf an. Die Vinschgauer Sennalmen waren wiederum mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Auch die Jörgnerkaser, Sterzing und die Äußere Schwemmalm präsentierten ihre Produkte. Alles in allem ein gelungenes Käse- und Älplerfest, das, wie immer, viele Almfreunde nach Galtür gelockt hat. Und dass die Südtiroler Älpler nicht nur gut käsen sondern auch gut feiern können, das haben sie beim anschließenden Ball bis in die Morgenstunden hinein bewiesen.


Im Bild: Der Senn Martin Paulmichl, einer der beiden Goldmedaillengewinner, bei der Produktion auf der Planeiler Alm

Im Bild 2: Qualitätsbeurteilung bei Alpkäse findet bereits im Reifekeller statt. Um bei einem Wettbewerb wie in Galtür ganz vorne mit dabei zu sein, braucht es auch einen Schuss Glück den richtigen Laib auszuwählen