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Erstmals ist an den Mittelschulen im Schlerngebiet ein Projekt für mehr Sicherheit beim Busfahren gestartet. Damit will man auch den respektvollen Umgang untereinander und das Busfahren generell fördern.Der Schulsprengel Schlern führt in Zusammenarbeit mit dem Busunternehmen Silbernagl, dem Amt für Verkehrserziehung und Dank der Finanzierung durch das Amt für Führerscheine in diesen Tagen das Projekt „Fit für Bus und Bahn“ durch. Geboren wurde das Projekt 2003 im Ahrntal, nun wurde die Aktion im Schlerngebiet aufgegriffen. Vom 4. - 7. November findet der praktische Unterricht auf der Straße, am Busbahnhof bzw. auf dem Firmengelände des Unternehmens Silbernagl statt. Jeden Vormittag werden abwechselnd zwei Klassen von der Schule abgeholt und in das sichere Busfahren eingeführt. Die Busfahrer unterrichten die Schüler im richtigen Verhalten an der Haltestelle und im Bus. Vor dem Praxisteil erhalten die Schüler theoretische Lehrmaterialien welche sie gemeinsam mit den Lehrern in der Schule bearbeiten. Mit diesen lernen sie z.B. die Fahrpläne und das Streckennetz zu lesen. Es werden die Beschilderungen rund um Bus- und Bahnverkehr erklärt und wo man Auskunft über Fahrtzeiten und Streckenverbindungen erhält. Ziel des Projektes ist es, den Schülern bestimmte Gefahrensituationen bewusst zu machen und sie auf eine selbständige Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel vorzubereiten. Auch wird ihnen beigebracht, wie sie durch ihr eigenes Verhalten zu einem reibungslosen Bustransport beitragen können.

Der Bus ist in Südtirol die Nr. 1 für Personentransporte und gilt laut verschiedenen Studien als sicherstes Verkehrsmittel. Doch nicht immer laufen Busfahrten reibungslos und ohne Unfälle ab. Mobilitätslandesrat Thomas Widmann begrüßt das Verkehrserziehungsprojekt: „Sicherheit im Verkehr ist eines der Hauptanliegen unserer Mobilitätspolitik und gerade für Bus fahrende Schüler ist größere Vorsicht auf den Straßen und insbesondere in der Nähe von Bushaltestellen geboten. Deshalb sind praxisbezogene Übungen rund um das Busfahren und das Lesenlernen von Fahrplänen ein erzieherisch wichtiger Schritt, denn früh übt sich, wer ein Meister im Verwenden von öffentlichen Verkehrsmitteln werden will.“ Wichtig sei auch die Erziehung im Elternhaus. Man möge den Kindern mitgeben, Busfahrern und anderen Fahrgästen mit Respekt gegenüberzutreten und die Busse nicht zu beschmutzen oder gar zu beschädigen.

Gefahren vermeiden & zum Busfahren animieren
Im Rahmen des Praxisteils bespricht der Busfahrer mit den Schülern verschiedene Situationen wie kollegiales Ein- und Aussteigen, das sichere Überqueren der Straße nach der Busfahrt usw. Darüber hinaus machen die Busfahrer auf Gegebenheiten aufmerksam, die sich den Schülern nicht von alleine erschließen. So wird anhand von Leitkegeln demonstriert, dass es wichtig ist den Sicherheitsabstand bei Herannahen des Busses einzuhalten, da dieser ausschwenkt. Mit Bändern stecken die Schüler den toten Winkel ab, den ein Busfahrer im Rückspiegel nicht sehen kann und sie lernen wie man die Notausstiege öffnet. Das Projekt geht auf eine Initiative des Amtes für Verkehrserziehung zurück, welches die Lehrmaterialien zusammen mit dem pädagogischen Institut erarbeitet hat. Ein langfristiger Effekt der frühen Verkehrserziehung soll der Umwelt zugute kommen. Je eher man mit dem Streckennetz und den Fahrplänen vertraut ist, desto eher wird man später bereit sein, das Auto stehen zu lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Sicherheit als oberstes Gebot
In Südtirol sind 21 private Busunternehmen zum so genannten Konsortium „LIBUSS“ zusammengeschlossen. Die Unternehmen sind vorrangig im Raum Pustertal/Eisacktal anzutreffen. Das Unternehmen Silbernagl ist eines der größten Unternehmen innerhalb des „LIBUSS“. Im Linienverkehr werden die Linie von Kastelruth nach Brixen, die Linie Seis-Tiers, Seis-St. Oswald, Seis-Völs und Seis-Seiseralm gefahren, zudem wird ein umfangreicher Shuttledienst zur Seiseralm Bahn durchgeführt. Somit ist Silbernagl seit über 25 Jahren ein fester Partner der Autonomen Provinz Bozen. Zurzeit erbringt Silbernagl mit 22 Linienbussen auf 13 Strecken über 1,2 Mio km. „Viele der Schüler müssen jeden Tag mit dem Bus fahren. Durch das Projekt möchten wir vorsorglich Unfälle vermeiden und für ein kollegiales und gefahrenfreies Verhalten sensibilisieren. Im Vordergrund stehen natürlich die Schüler, aber auch die gute Zusammenarbeit zwischen den Busfahrern und seinen kleinen Fahrgästen“, ist Markus Silbernagl, Inhaber vom gleichnamigen Unternehmen, überzeugt.

Im Bild 1: Trotz starken Schneefalls waren die Schüler an dem Freiluftunterricht sehr interessiert.
Die Schüler mit den Initiatoren des Projekts; vorne v.l.n.r. Wilhelm Plunger (Projektleiter Verkehrserziehung an der Mittelschule Kastelruth), Johanna Frenes (Lehrerin an der Mittelschule Kastelruth), Giovanna Valentini (Direktorin des Amtes für Führerscheine), Paolo Morandi (Zuständiger für Verkehrserziehung im deutschen Schulamt) und Markus Silbernagl (Inhaber des Busunternehmens Silbernagl)

Im Bild 2: Die Schüler auf dem Busbahnhof in Kastelruth bei der 1. Etappe der praktischen Verkehrserziehung