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In wenigen Tagen beginnt im Vinschgau die Ernte der Marillen. Heuer verzögert sich die Erntezeit aufgrund der Witterung im Mai und Juni um ca. 10 Tage. Somit gibt es ab der letzten Juliwoche bis Mitte August frisch geerntete Marillen. Der Marillenanbau hat im Vinschgau eine lange Tradition. 120 Bauern bauen heute Marillen im Nebenerwerb an. Sie sind zum Verein der Vinschger Marillenanbauer zusammengeschlossen. Als Mitglieder der insgesamt 7 Vinschgauer Genossenschaften liefern sie täglich die frische Ernte zwischen Naturns und Eyrs an. Hauptanbaugebiet ist der Schlanderser Nörderberg. Die Marillenanlagen befinden sich auf einer Meereshöhe bis zu 1.100 m. „Heuer ist mit einer guten bis sehr guten Marillenernte zu rechnen. Wir erwarten eine Menge von etwa 370 t Marillen – in etwa dieselbe wie im Vorjahr. Ist das Wetter weiter gut und trocken, so werden wir wieder beste Qualität vom Baum holen,“ so Gerhard Eberhöfer, Verkaufsleiter der Marillen bei der VI.P.

Die Verwendung der Marille ist sehr vielseitig: Sie eignet sich zum Frischverzehr, für Marillenknödel, Marmelade, Kompott, Kuchen, Trockenobst oder zur Saft- und Schnapsherstellung. Marillen sind nicht nur köstlich, sondern auch sehr gesund und arm an Kalorien. 100 gr Marillen haben gerade einmal 43 kcal. Außerdem enthält kein heimisches Obst mehr Betakarotin, die Vorstufe von Vitamin A, welches besonders auf Augen, Haut und Schleimhäute positiv wirkt. Die Wirkstoffkombination von Kupfer, Zink und Eisen macht Marillen zum idealen Obst für unter Eisenmangel leidende Menschen. Marillen gelten auch als gute Lieferanten von Niacin, Vitamin C und Kalium. Außerdem sind Marillen gute Zuckerlieferanten. Ein paar frische oder getrocknete Marillen nach dem Sport haben dieselbe Wirkung wie etwa ein Müsliriegel.

Seit 2007 sind die Vermarktung und der Verkauf der Vinschger Marillen zentral bei der VI.P angesiedelt. Seither hat die aromatische Steinobstsorte ein eigenes Erkennungszeichen „Marillen aus dem Vinschgau“, eine einheitliche Verpackung und eine Informationsbroschüre mit Rezepten, Lagerungstipps usw. Die zentrale Vermarktung ist einerseits eine Garantie für die Anbauer, andererseits gibt die gemeinsame Qualitätsstrategie dem Konsumenten Orientierung und Sicherheit. Marillen sind bis zu 4 Tage lagerfähig, deshalb werden sie fast ausschließlich in Südtirol vertrieben. Vinschger Marillen erhält man in den Detailgeschäften der Genossenschaften TEXEL in Naturns, JUVAL in Kastelbell, VI.P-BIO Vinschgau in Latsch, MEG in Martell, GEOS in Schlanders, OVEG in Laas-Eyrs, im Vinschger Bauernladen in Staben-Naturns und in ausgewählten Geschäften in ganz Südtirol. Die Marillen gibt es in diversen Verpackungen als Tafelware, für die Marmeladezubereitung und lose.

Der Vinschgau weißt optimale Bedingungen auf für den Anbau von Marillen mit außergewöhnlichem Geschmack. Viel Sonne, wenig Regen und die großen Temperaturschwankungen lassen die Marillen besonders gut gedeihen. Geschmack, Aroma- und Inhaltsstoffe bilden sich in diesen Höhenlagen langsamer, dafür aber umso intensiver. Vier Sorten werden im Vinschgau angebaut: Orangered, Goldrich, Hargrand und die Vinschger Marille, die 80% der Ernte ausmacht.

Im Bild: Die Vinschger Marille