Der heurige Sommer war von wechselhaftem Wetter gekennzeichnet. Im Juni war es kalt und nass und auch im August regnete es viel. Lediglich im Juli war das Wetter ideal – wenn auch es in den Tallagen für die Beeren und Kirschen zu heiß war. Kurzum die Witterung hat heuer den Anbauern von Beeren und Kirschen mit Südtiroler Qualitätszeichen eine mengenmäßig kleinere Ernte als im Vorjahr beschert. Insgesamt wurden in Südtirol 980.000 kg Beeren, also Erd- und Himbeeren, geerntet. 2009 waren es 1 Million kg. Wenn man bedenkt, dass die Anbaufläche ausgebaut wurde, dann ist der Rückgang erheblich. Die Auswirkungen des Wetters in den wichtigsten Anbaugebieten waren recht unterschiedlich. Beeren und Kirschen werden vorwiegend im Martelltal und im Raum Ritten, Jenesien, im Eisack- und Etschtal und in Ulten angebaut. Für die Kirschen gibt es kaum Vergleiche mit dem Vorjahr, da das Steinobst heuer erstmals das Südtiroler Qualitätszeichen tragen durfte. Insgesamt wurden an die 65.000 kg Kirschen in Südtirol geerntet, davon 30.000 kg in Martell, der Rest im Eisack- und Etschtal. Die Vermarktungsbetriebe zeigen sich in Bezug auf dieses erste Jahr mit Qualitätszeichen durchwegs zufrieden.
In Martelltal, das als Erdbeertal bekannt ist, wurden heuer 750.000 kg Erdbeeren und 40.000 Himbeeren geerntet. Zum Vergleich: 2009 waren es 870.000 kg Erdbeeren und 30.000 kg Himbeeren. „Die Beeren waren heuer eher klein, wenn auch die Qualität und der Geschmack gut waren. Doch fehlte uns leider die Menge. Durch die geringeren Mengen pro Fläche und der nur durchschnittlichen Preise, konnten die Produzenten heuer keine großen Gewinne erwirtschaften,“ sagt Peter Gamper, Geschäftsführer der MEG Erzeugergenossenschaft Martell. Markus Tscholl, Versteigerungsleiter der Egma Obstversteigerung Vilpian, ist der gleichen Meinung: „Die Erntemengen waren heuer aufgrund des Wetters enttäuschend, auch wenn wir gute Preise erzielen konnten. Wir haben bei den Beeren heuer 190.000 kg geerntet. Also 35% weniger als im Vorjahr. Kirschen gab es 35.000 kg, die Ernteeinbußen betrugen ca. 50%. Im Einzuggebiet der Egma sind die Anbauflächen 2010 gleich geblieben weshalb der Rückgang der Erntemenge beträchtlich ist.“
Im Bild: Erdbeeren mit dem Südtiroler Qualitätszeichen
Quelle: EOS. Diese Bilder dürfen nur im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung veröffentlicht werden.