Mehr Lebens- und Arbeitserfahrung durch x-change
Wertvolle Auslandserfahrungen für Lehrlinge
Kürzlich ist wieder für einen Lehrling aus Deutschland ein Auslandsaufenthalt in Südtirol zu Ende gegangen. Annette Schmaus, Konditorlehrling in der Konditorei „Glückswinkel“ in Nürnberg, war vier Wochen zu Gast bei der Patisserie Acherer in Bruneck. Ermöglicht wurde dieser Austausch über das Interreg-Projekt x-change, das vom Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung unterstützt wird. Dieses Projekt bietet Lehrlingen, die das erste Lehrjahr abgeschlossen haben, die Möglichkeit, für bis zu 4 Wochen in einem Betrieb im Ausland zu arbeiten. Damit trägt das Projekt dazu bei, die Ausbildungsqualität zu optimieren. Südtiroler Betriebe können also Lehrlinge ins Ausland, sprich nach Deutschland, in den Elsass, nach Liechtenstein, Österreich oder in die Schweiz bzw. nach Restitalien entsenden und aus diesen Ländern auch Lehrlinge aufnehmen. Ein gegenseitiger Austausch im gleichen Betrieb ist möglich, aber nicht Voraussetzung.
Neue Menschen und Arbeitsmethoden
Annette Schmaus hat sich in Südtirol sichtlich wohl gefühlt: „Ich habe hier ein tolles Unternehmen kennengelernt. In meinem Betrieb zu Hause gibt es traditionelle Torten. Hier habe ich ganz viel Neues gesehen und gelernt. Die Torten-Miniaturen von Acherer in der Kombination mit dem Blumendekor verlangen eine andere Arbeitsweise. Ich durfte bei allen Arbeitsabläufen mithelfen und wir hatten sehr viel Spaß im Team, das übrigens supermotiviert ist. Es war für mich wirklich eine coole Erfahrung, die ich nicht missen möchte,“ so Annette Schmaus. „Zumal auch die Patisserie Acherer sehr innovativ ist und das Team multinational zusammengesetzt ist. Auch legt man dort sehr viel Wert, dass wirklich etwas gelernt wird,“ ist Schmaus begeistert. Sie ist bei einer Gastfamilie untergekommen, Firmenchef Acherer hat bei der Zimmersuche geholfen. „Wir waren sehr zufrieden mit unserem Lehrling aus Nürnberg. Frau Schmaus war sehr wissbegierig und hat eine gute Auffassungsgabe,“ lobt Claudia Schmid, die Backstellenleiterin in der Patisserie Acherer, ihren Schützling. Claudia Schmid hat selbst in ihrer Lehrzeit ein Auslandspraktikum gemacht und weiß, wie wichtig und nützlich ein solches Praktikum ist.
Finanzielle Unterstützung und Hilfe bei Abwicklung
Das Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung beteiligt sich seit einigen Jahren an x-change. Ziel ist es, die Lehrlinge durch den Erfahrungsaustausch in ihrer Motivation und Selbstsicherheit zu stärken sowie die persönliche und fachliche Entwicklung voranzutreiben. So können wichtige Erfahrungen im Umgang mit Menschen gemacht werden und die jungen Leute erlernen Verständnis für andere Denk- und Verhaltensweisen sowie neue Arbeitstechniken. Das entsendende oder aufnehmende Unternehmen kann sich als weltoffener, moderner Arbeitgeber profilieren. Auch können so Kontakte zu neuen Kooperationspartnern, Märkten oder Lieferanten entstehen. Der Austausch ist sehr unbürokratisch, die Projektkoordinatorin Silvia Schroffenegger hilft bei der Organisation des Austausches und bei der Zimmersuche. Die Kosten für die Reise, Unterkunft und Verpflegung der Auszubildenden sowie eine gesonderte Risikoversicherung werden von x-change übernommen. Der Lehrling erhält weiter seine Vergütung vom Ausbildungsbetrieb und der aktuelle Versicherungsschutz läuft weiter. Für den Betrieb, der einen Austausch-Lehrling aufnimmt entstehen keine Kosten.
Im Bild v.l.n.r. Konditorlehrling Annette Schmaus aus Nürnberg und Claudia Schmid, die Backstellenleiterin in der Patisserie Acherer in Bruneck
Informationen
Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung
Projektkoordination Dr. Silvia Schroffenegger
Tel. 335 6672403 oder E-Mail: post [at] cover [dot] pr [dot] it
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