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Letzten Freitag fand in Bozen die Vollversammlung der Ingenieurkammer statt. Über 100 Ingenieure aus ganz Südtirol besuchten die Veranstaltung, bei der das Programm 2006 vorgestellt und die Bilanz genehmigt wurde sowie über aktuelle Probleme und Lösungen diskutiert wurde. Der elfköpfige Kammerrat, der seit Oktober im Amt ist, hat sich viel vorgenommen. Schwerpunkte sind die intensive Weiterbildung der Ingenieure und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit rund um die Berufsgruppe. Gebündeltes Wissen gab es bei einem Vortrag über das Datenschutzgesetz im Ingenieurwesen. Der Privacyexperte Maurizio Reggiani erläuterte die Mindestsicherheitsmaßnahmen und gab Tipps zur praktischen Umsetzung des recht komplexen Gesetzes.

“Unser oberstes Ziel ist es, das Image der Ingenieure aufzuwerten. Viele wissen nicht, welche Tätigkeiten wir eigentlich verrichten. Ingenieurleistungen sind von hoher Verantwortung und speziellem Fachwissen geprägt. Außerdem steckt hinter jeder technischen Leistung ein Ingenieur. So hängt beispielsweise die Sicherheit eines jeden Bauwerks unter anderem von der zuverlässigen Ingenieurleistung ab. Und dies möchten wir durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit kommunizieren. Nur so schaffen wir es, Vorurteile aus dem Weg zu räumen, Vertrauen in die Berufsgruppe zu schaffen und den Zusammenhalt untereinander zu fördern,“ ist Ing. Hansjörg Letzner, Vorsitzender der Ingenieurkammer, überzeugt. Neben verstärkter Kommunikation nach außen soll auch die Weiterbildung der Berufsgruppe ausgebaut werden. Das Weiterbildungsprogramm der Kammer sieht unter anderem im September einen Kurs für Bauleiter vor. Dabei sollen juridische und technische Aspekte bezüglich der Bauleitung vertieft werden. Im Mai wird es eine Tagung zum Thema Brandschutz geben. Qualität steigern und darüber reden, das ist das Motto für 2006.

50 Jahre Doktorat
Am Ende der Vollversammlung folgte die Auszeichnung von fünf Ingenieuren, welche seit 50 Jahren in Besitz des Doktorats für Ingenieurwesen sind und als Mitglieder in der Kammer eingetragen sind. Sie alle haben wesentlich an Anlagen und Bauten in und über Südtirol hinaus mitgewirkt. Anton Sailer, Aldo Pallozzi, Wolfram Verdross, Ernst Leitner und Friedrich Reichert haben über Jahrzehnte Zeichen im Ingenieurwesen Südtirols gesetzt.

Die Ingenieurkammer
Die Ingenieurkammer, welche zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt, betreut zurzeit 1.100 Mitglieder aus allen Bereichen des Ingenieurwesens. Als Vereinigung der Ingenieure Südtirols hat sie folgende Aufgaben: Interessenvertretung und Schutz der Berufsgruppe, Information und Beratung der Mitglieder, Anlaufstelle für die Eintragung in das Berufsalbum, Mitwirkung bei Gesetzen, Beratung bei aktuellen technischen Entscheidungen, Stärkung der Fachkompetenz durch Weiterbildungsveranstaltungen, Mitwirken bei der Erstellung und Überwachung der Tarifordnung sowie die Imagepflege der Berufsgruppe. Außerdem wacht die Kammer darüber, dass die Mitglieder sich dem Kunden gegenüber korrekt verhalten. Die elf Mitglieder des Kammerrates setzen sich ehrenamtlich für die Belange der Berufsgruppe der Ingenieure ein.

Bozen, 27. März 2006


im Bild 1:
Der Kammerrat v.l.n.r.
hintere Reihe: Giovanni Benussi, Siegfried Pohl, Guglielmo Concer, Erich Theiner, Julius Mühlögger, Enzo Todaro, Ivo Kofler
vordere Reihe: Michael Pfeifer, Hansjörg Letzner (Vorsitzender), Claudio Sartori (stellvertretender Vorsitzender) und Giorgio Rossi

im Bild 046:
1. Reihe v.l.n.r. Wolfram Verdross, Aldo Pallozzi, Ernst Leitner, Anton Sailer und Friedrich Reichert nach der Übergabe des Diploms für 50 Jahre Doktorat