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Wasser bringt Energie und Autonomie

Seit längerem schon wird über den Bau eines Wasserkraftwerkes im Wipptal gesprochen. Nun hat eine Gruppe von zukunftsorientierten Unternehmern ein Projekt einer Wasserkraftanlage vorgestellt. Unter dem Motto „Wasser bringt Energie und somit die wirtschaftliche Unabhängigkeit eines Landes“ wurde das Projekt im Forum Brixen der Bevölkerung präsentiert. Das Projekt wurde von einem der im Bereich Wasserkraft europaweit führenden Ingenieurbüros ausgearbeitet. Es werden modernste Technologien und wissenschaftliche Gesichtspunkte, insbesondere auch hinsichtlich des Umweltschutzes, berücksichtigt. Die Wasserkraftanlage Eisackwerk sieht eine Wasserfassung südlich von Mauls und die Wasserrückgabe bei Feldthurns vor. Eine vollständig unterirdische Bauweise gewährleistet, dass nur die Wasserfassungen sowie die Wasserrückgabe bei Feldthurns sichtbar sind. Dies ermöglicht eine weitestgehende Wahrung der natürlichen Landschaft und insbesondere des natürlichen Flussverlaufs. Das Projekt sieht einen unterirdischen Stollen mit einer Länge von 22,4 km vor, welcher südlich von Mauls beginnt und bis zur Villnösser Kreuzung verläuft. Die Maschinenkavernen und das Wasserschloss in Feldthurns werden ebenfalls unterirdisch angelegt. Einer der wichtigsten Schwerpunkte des Projekts ist die Umwidmung des Stauseeareals in Franzensfeste zu einer Freizeit- und Erholungszone, da der Stausee für die Energiegewinnung nicht mehr vonnöten sein wird. Lediglich die Staumauer soll für den Hochwasserschutz erhalten bleiben. Das Projekt Eisackwerk zeichnet sich somit nicht nur durch eine äußerst effiziente Nutzung der Energie, die zu größeren Restwassermengen führen wird und damit zu größerer Umweltverträglichkeit, sondern auch durch eine qualitative Verbesserung der Landschaft und nicht zuletzt durch eine Verbesserung der Emissionswerte in Relation zu anderen Arten der Energieerzeugung aus. Das Einzugsgebiet der Wasserkraftanlage beträgt 611,6 km², die Jahresarbeit beläuft sich auf 349 GWh/a.

Aufwertung für das Wipptal
Der Bau der Wasserkraftanlage Eisackwerk wird durch die erwähnte Kavernenbauweise und durch die zahlreichen geplanten Umweltmaßnahmen, insbesondere durch die Wiedergewinnung der derzeit vom Franzensfester Stausee gefluteten Landschaft, zu einer Aufwertung des Wipptals und insbesondere der Zone um Franzensfeste führen. Zum einen bleiben die geschützten Mäander bei Mauls unangetastet, zum anderen wird die Unterbrechung des Eisack durch die Staumauer Franzensfeste - nach rund 70 Jahren - wieder beseitigt, sodass wieder der natürliche Verlauf des Eisack zum Vorschein kommen wird. „Wir sind von der Sinnhaftigkeit dieses Projektes, sei es unter dem umweltpolitischen Gesichtspunkt als auch unter dem Aspekt der Energieeffizienz, überzeugt und rufen die zuständigen Landesbehörden, auch im Sinne der von der EU garantierten Wettbewerbsfreiheit dazu auf, innovative Projekte auch von privaten Unternehmern genauestens zu prüfen, ganz im Interesse einer höheren Effizienz und eines sanfteren Eingriffs in die Umwelt“ so Christoph Fuchsbrugger, der Geschäftsführer der Eisackwerk GmbH.

Schonend für die Umwelt
Das Projekt ist in unterirdischer Bauweise ausgelegt, sodass nach der Bauphase nur mehr die Wasserfassungen und die Wasserrückgabe in den Eisack bei Feldthurns sichtbar sein werden. Selbst für die wenigen sichtbaren Bauwerke sind mehrere Milderungsmaßnahmen vorgesehen. Wasserfassungen und Beileitungen sollen so angelegt werden, dass sie jeweils außerhalb der Schutzgebiete liegen. Der Eisack und das Landschaftsbild zwischen Mauls und Feldthurns bleiben in ihrer derzeitigen Form erhalten, wobei zudem der ursprüngliche Zustand auf dem Gebiet des heutigen Stausees Franzensfeste wiederhergestellt werden wird. Es besteht keine Gefahr für den Lebensraum der Tiere und Pflanzen, im Gegenteil: der Natur wird etwas zurückgegeben. Die bis dato intakte Naturlandschaft um den Flusslauf und die naturgeschützten Mäander des Eisack werden nicht berührt. Die derzeitigen Restwassermengen werden, besonders im Bereich nach der Staumauer Franzensfeste, in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht wesentlich verbessert. Der derzeitige durch das Kraftwerk Pfitsch verursachte Schwallbetrieb im Eisack wird eliminiert. Aus diesen Gründen entstehen keine Schäden für die Forst- und Landwirtschaft und die Fischerei. Das Aushubmaterial soll umweltfreundlich per Förderband und Bahn ins Pustertal zur Auffüllung einer Schottergrube gebracht werden.

Nachhaltig und zukunftsorientiert
Die Nutzung erneuerbarer Energie wird aufgrund der zunehmenden Erdöl- und Gaspreise ein immer wichtigerer Aspekt. Stromausfälle, Energieengpässe, der rasante Anstieg des Energieverbrauchs sowie die Abhängigkeit von den erdölliefernden Ländern erfordern die Suche nach Alternativen. Die Nutzung des Energieträgers Wasser gilt als natürlich und umweltfreundlich. Italiens Strombedarf wurde im Jahr 2004 zu 70,5% aus Wärmekraftwerken und zu 13,1% durch Importe vom Ausland abgedeckt. Lediglich 16,4% wurden mit erneuerbarer Energie bestritten. (Quelle Terna 2004) Die Stromimporte aus dem Ausland stammen hauptsächlich von den Atomkraftwerken in der Schweiz (5 Atomkraftwerke) und in Frankreich (59 Atomkraftwerke). (Quelle E-Control,
Greenpeace)

Detailinformationen finden Interessierte auf der Internetseite www.eisackwerk.it.

Im Bild v.l.n.r.: Dr. Christoph Fuchsbrugger (Geschäftsführer Eisackwerk GmbH),
Dipl.-Ing. Johann Aichinger (Projektleiter „Eisackwerk“), Mag. Traute Scheiber (Ingenieurkonsulentin für Biologie) und Dr. Biol. Paolo Turin (Biologe)