Der Zelten ist das typische Südtiroler Weihnachtsgebäck. Die traditionsreiche Spezialität enthält wenig Zucker und Mehl und ist vergleichbar mit einem Früchteriegel. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit hat die Herstellung bei den Südtiroler Bäckern und Konditoreien Hochsaison. Den originalen Zelten – er ist eine verfeinerte Form des Früchtebrotes - gibt es nur noch in einigen Gegenden der Alpen. War der Zelten einst der einzige Feiertagsschmaus für die Bauern und einfachen Bürger, so erfreut er heute jeden Feinschmecker mit seinem exquisiten Geschmack. Über den Zelten gibt es die geheimnisvollsten Geschichten. Früher galt er als Symbol für Fruchtbarkeit und diente als Mittel im Heil- und Liebeszauber. Zelten kommt aus dem Germanischen und bedeutet „flacher Kuchen“.
Garantierte Qualität
Der Zelten gehört zu den Spezialitäten, die mit dem Südtiroler Qualitätszeichen versehen sind und ist Inbegriff von Bodenständigkeit, Tradition, Kultur und Naturverbundenheit. „Hauptmerkmal des Zeltens bei der Herstellung ist die Verwendung hochwertiger Produkte und es werden keine Backhilfsmittel und keine Konservierungsstoffe zugesetzt. Außerdem sind die örtlichen Gebräuche und Traditionen bei der Herstellung einzuhalten. Eine Kontrollstelle prüft die Befolgung dieser Vorschriften. Das Zeichen „Qualität Südtirol“ auf der Verpackung ist Garant dafür,“ bestätigt Peter Paul Pertoll, Konditor und Mitglied der Fachkommission Brot, welche in der Handelskammer Bozen angesiedelt ist. Südtiroler Zelten wird nur wenige Wochen im Jahr - also vor Weihnachten - hergestellt und ist bis zu drei Monate haltbar. Die Herstellungsmengen dieses besonderen Produkts sind relativ klein. Die Bäcker und Konditoren produzieren vorwiegend für ihre Stammkunden; Zelten wird aber auch in kleinen Mengen exportiert.
Rezepte bleiben strengstes Geheimnis
Die Rezepte des Zeltens sind der Stolz jeder Bäckerfamilie oder Konditorei und werden wie ein Schatz gehütet. Die Bestandteile des Zelten sind genau vorgeschrieben: Wal- und Haselnüsse, Mandeln, kandierte Früchte, ungeschwefelte Trockenfrüchte, wie Feigen, Birnen, Rosinen und maximal 15% Brotteig. Alle Zutaten werden zerkleinert, gemischt und in Rum und Weißwein eingeweicht und gewürzt. Das ganze muss über Nacht ziehen können. Am nächsten Tag wird der Brotteig aus Roggenmehl, Germ, Salz, Zucker und Wasser mit der Früchtemischung verknetet, geformt und vor dem Backen mit Mandeln oder Nüssen und kandierten Früchten verziert. Der Zelten wird außerdem mit Bienenhonig bestrichen, damit er länger haltbar ist. Die Zelten unterscheiden sich nur in Form und Dekoration; die traditionellste Form ist rund. Südtiroler Zelten sollte dünn geschnitten serviert werden und lässt sich gut mit einer heißen Tasse Tee oder Punsch oder einem Glas Wein kombinieren.
Eine typische Südtiroler Geschenkidee
Südtiroler Zelten eignet sich auch gut als Geschenksidee für Freunde und Gäste oder als Beigabe für Geschenkkörbe. Früher galt der Zelten als Gutigkeit vor allem bei den Bauern. Ärmere Leute konnten sich jedoch nur Zelten mit einem höheren Anteil an Brotteig leisten. Daraus entstand auch der Begriff Bauernzelten, der bis zu 65% Brotteig enthält. Aus der Zusammensetzung der Zutaten konnte man somit damals den Wohlstand der Bauern und der Gegend ablesen.
im Bild:
Zelten mit dem Südtiroler Qualitätszeichen