Heute ist es nicht nur wichtig auf dem letzten Stand der Technik zu sein, sondern sich vor allem erfolgreich weiterzuentwickeln. Dies geht nur mit Innovation. Und innovativ sein heißt Neues ausprobieren und umsetzen. Dabei kommt es ganz wesentlich darauf an, wie effizient ein Unternehmen in der Forschung und Entwicklung (F&E) ist. Hier ist Zeit Geld und deshalb ist es wichtig, dass die Zeiten für die F&E möglichst kurz gehalten werden. Hilfe gibt es dafür durch professionelle Technologie- und Informationssuche in großen internationalen Informationsbanken. Viele von den „normalen“ Nutzern kennen die Suchmaschinen google oder yahoo. Ähnlich diesen Suchmaschinen gibt es für Unternehmen spezielle Technologiedatenbanken, wo Patente, Skripten, Zeitungsaus-schnitte und weitere Informationen zu den verschiedensten Themen abrufbar sind. Die Kunst ist es aber, sich in diesen Datenbanken zurechtzufinden und effizient und zielgerichtet daraus die wichtigsten Informationen herauszufiltern. Ein Experte in der Recherche im Technologiebereich ist Prof. Dr. Ivo Steinacker. Das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer (ZWT) des TIS innovation park hat ihn kürzlich zu einem Workshop geladen, um Unternehmer in die effiziente Suche in Technologiedatenbanken einzuführen. „Mir hat der Workshop zum Thema „F&E-Zeiten verkürzen“ sehr gut gefallen, da auch die Alupress AG zukünftig verstärkt und zielgerichteter auf multimediale Informationsquellen zugreifen muss. Besonders positiv war, dass bei dem Workshop die praktische Nutzung von technologischen Informationsdatenbanken veranschaulicht wurde. Ideal wäre es, wenn - neben der Vermittlung von Experten wie Prof. Steinacker – auch maßgeschneiderte Datenbank-Nutzungspakete angeboten würden“, so Horst Bramann, Verantwortlicher der Abteilung Konstruktion beim Unternehmen Alupress und Teilnehmer beim Workshop.
Recherche als Herausforderung
Heute gibt es weltweit weit über 100.000 Zeitschriften und eine Vielfalt interner Berichte, Referate (Abstracts) auf Papierbasis und Millionen an Informationen im Internet. Gerade das macht die Suche nach bestimmten Informationen so schwierig. Für eine zielführende, effiziente Suche sind die Kenntnis der Struktur der Suchmaschine, deren Wirkungsweise und natürlich die Fachkompetenz zum jeweiligen Thema ausschlaggebend. Und es ist wichtig die richtigen Fragen zu stellen, beziehungsweise die richtigen Kriterien für die Suche zu finden und nicht zuletzt ist die richtige Anwendung und Verknüpfung der Ergebnisse in der eigenen Realität ausschlaggebend. Zu den wichtigsten internationalen Informationsdatenbanken gehören IEEE, NTIS, COMPENX (Engineering), Britisch Library, Chemical Abstracts, FIZ Karlsruhe (Informatik), Fraunhofer (Baufachinformation), ERIC (sozialer Bereich), Thomson Reuters, usw. Unternehmen, die Unterstützung im Recherchieren brauchen, können sich an das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer im TIS (Tel. 0471 568303) wenden.
Selbsthilfe fördern
Der Informationsbroker Prof. Steinacker hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein wertvolles, über Jahrzehnte angesammeltes Wissen mit dem Ziel der Selbsthilfe an Unternehmen weiterzugeben. Ivo Steinacker ist in Innsbruck geboren, lebt heute in Südtirol und spricht perfekt Englisch und Russisch. Er kann eine umfassende Ausbildung und eine besonders vielfältige Erfahrung nachweisen: Graduation als doppelter Ingenieur in Elektrotechnik und Maschinenbau an der HTL in Innsbruck, Studium der Theoretischen Physik, Mathematik und Philosophie an der TH Wien und an der Uni Innsbruck. Er war tätig für die Library of Congress Washington, der Siemens AG München, dem Radio Corporation of America, der European Space Agency in Paris sowie als Berater in Innovation und Technologietransfer für F&E in Industrie, Universitäten und staatlichen Forschungsinstituten. Er hatte Zugang zu Chefetagen von Siemens und Bosch bis zu Krupp und VW, Philips, British Aerospace, Marconi und Balzers. Weiters arbeitete er als Informatiker in internationalen Firmen z. B. A.C. Nielsen Marketing Statistics, internationalen Organisationen CERN, ISO, ITU und der UN. Er arbeitete in fast allen Ländern Europas und verbrachte mehrere tausend Stunden am Terminal. Steinacker war außerdem mehrere Jahre Gastprofessor in Informatik an der Université du Quebec à Montréal, der University of Maryland und Aalborg University in Dänemark. Jüngst ist er Berater im Bereich der Verpackungsindustrie in Südtirol.
Im Bild 1: Prof. Dr. Ivo Steinacker
Im Bild 2: Zahlreiche Unternehmer und Führungskräfte aus namhaften Südtiroler Unternehmen kamen zu dem Workshop des ZWT