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Vorstellung Projekt Pumpspeicherkraftwerk Ritten

Die Kraftwerksgesellschaft Ritten, ein Unternehmen der Kelag und der WEB Windenergie AG, prüft derzeit das Projekt eines Pumpspeicherkraftwerkes in Südtirol. Das Pumpspeicherkraftwerk soll auf dem Gebiet der Gemeinden Ritten und Bozen errichtet werden.

Alle Anlagen des Pumpspeicherkraftwerkes Ritten sind unterirdisch geplant. Die Kaverne für das Krafthaus soll 900 m tief unter dem Ritten gebaut werden, ebenso der Unterwasserspeicher. Der unterirdische Oberwasserspeicher ist in der Nähe der Gewerbezone Klobenstein geplant, 50 m bis 80 m tief unter der Oberfläche. Der Oberwasserspeicher und die Krafthauskaverne werden mit einem Druckschacht verbunden. Die einzelnen Anlagenteile des Kraftwerkes sollen über einen Zugangsstollen bei Klobenstein und einen Zugangsstollen bei Blumau erschlossen werden. Ein weiterer Stollen soll von der Krafthauskaverne zum Umspannwerk Kardaun führen, hier ist die Anbindung an das vorhandene Hochspannungsnetz vorgesehen. Vom Pumpspeicherkraftwerk Ritten werden nach seiner Inbetriebnahme nur die Portale der drei Zugangsstollen zu sehen sein.

Stand des Projektes
Für das Projekt Pumpspeicherkraftwerk Ritten gibt es eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Kraftwerksgesellschaft Ritten untersucht derzeit die technische, wirtschaftliche und rechtliche Machbarkeit des Vorhabens. Diese Prüfungen sollen bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein, danach können weitere Entscheidungen getroffen werden. In den vergangenen Tagen hat die Kraftwerksgesellschaft Ritten die betroffenen Gemeinden sowie die Bürger der Gemeinde Ritten über den aktuellen Stand des Vorhabens informiert. Geschäftsführer Thomas-Michael Maier: „Es ist uns wichtig, für das Vorhaben die Akzeptanz der Bevölkerung zu erreichen, wir wollen das Projekt nicht gegen den Willen der Bevölkerung umsetzen. In den nächsten Monaten werden wir über die Ergebnisse unserer Untersuchungen detailliert informieren und das Gespräch mit der Bevölkerung suchen.“

Prinzip Pumpspeicherung
Das Pumpspeicherkraftwerk Ritten wäre das erste unterirdische Pumpspeicherkraftwerk, das in Südtirol errichtet wird“, sagt Harald Kogler, Vorstand der Kelag. „In anderen Ländern, wie zum Beispiel in der Schweiz und in Österreich, sind Pumpspeicherkraftwerke seit Jahrzehnten im Einsatz.“ Pumpspeicherkraftwerke speichern indirekt Strom. Sie verwerten in Zeiten geringer Nachfrage Strom, indem sie Wasser von einem niedrigeren Niveau in einen höher gelegenen Speicher pumpen. Das Wasser wird später, in Zeiten sehr großer Nachfrage, für die Erzeugung von Spitzenstrom genutzt. „Das Pumpspeicherkraftwerk Ritten wird einen geschlossenen Wasserkreislauf nutzen, nur für die Erstbefüllung soll Wasser aus dem Eisack entnommen werden“, erläutert Kogler. „Die zunehmende Nutzung der Windkraft zur Stromerzeugung erfordert den Ausbau der Pumpspeicherung“, betont Michael Trcka, Vorstand der WEB Windenergie AG. „Nur mit Pumpspeicherkraftwerken ist es möglich, die schwankende und nur begrenzt vorhersagbare Erzeugung der Windkraftanlagen auszugleichen und Strom aus Windenergie optimal zu nutzen. Pumpspeicherkraftwerke sind wichtige Bausteine im Energiemix der Zukunft. Nicht zuletzt aus Klimaschutzgründen soll der Anteil erneuerbarer Energieträger massiv gesteigert werden, auch in Italien.“

Standort Ritten
„Alle wichtigen Voraussetzungen für ein Pumpspeicherkraftwerk sind am Standort Ritten gegeben“, sagt Gerald Berger, Leiter des Kraftwerksbetriebes der KELAG. „Geologen beurteilen die Stabilität des Berges als sehr gut. Zusätzlich verfügen wir hier über die notwendige Fallhöhe und Wasser, das wir zur Erstbefüllung der Anlage aus dem Eisack entnehmen können. Außerdem können wir das Kraftwerk mit einem unterirdisch verlegten Kabel mit dem Umspannwerk und damit mit dem vorhandenen Hochspannungsnetz verbinden.“ Für die vom Bau betroffenen Gemeinden Ritten und Karneid sind Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, so zum Beispiel die Verbesserung der Versorgung mit Trinkwasser und Nutzwasser auf dem Ritten.

Portrait KELAG & WEB Windenergie AG
Die KELAG ist einer der führenden Energiedienstleister Österreichs auf Basis regenerativer Energien (Wasserkraft und Biomasse). Das Unternehmen verfügt über eine Kraftwerksleistung von rund 1.000 MW. Die 62 Wasserkraftwerke der KELAG erzeugen pro Jahr rund 1.000 Mio. kWh, aus Bezugsrechten an Wasserkraftwerken anderer Gesellschaften bezieht die KELAG rund 1.400 Mio. kWh pro Jahr. Mit rund 1.400 qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt der KELAG-Konzern zu den Leitbetrieben Kärntens. Die WEB Windenergie AG projektiert und betreibt, als in diesem Bereich führendes Unternehmen, Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien, allen voran der Windkraft. Derzeit verfügt das Unternehmen über 131 Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 202 MW in acht europäischen Ländern.


Im Bild 1: Gerald Berger (Kelag), Michael Trcka (Vorstandsmitglied der WEB Windenergie AG), Peter Marek (Kelag), Thomas-Michael Maier (Geschäftsführer der Kraftwerksgesellschaft Ritten), Martin Krendlesberger (Kelag)
Im Bild 2: Projektübersicht