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Umdenken, hinschauen, helfen – statt wegschauen

Am 4. Oktober findet der Welttierschutztag statt. Ein Tag an dem jeder einmal darüber nachdenken sollte wie es bei ihm um die Wertschätzung von Tieren steht. Denn auch Tiere empfinden Gefühle wie Freude, Schmerz, Trauer und haben eine Seele. Sie sind Teil unserer Welt und es liegt in unserer aller Verantwortung sie auch zu schützen. Die Haltung von Tieren liegt aber leider sehr oft im Argen. „Allgemein stellen wir leider viel zu oft einen brutalen, respektlosen Umgang mit den Tieren fest. Auch in Südtirol – einem Land wo viele Nutztiere und auch Haustiere gehalten werden - geschieht tagtäglich Tierquälerei und viele Tiere werden einfach nicht artgerecht gehalten. Vor allem die Nutztiere werden vielfach nicht nur genutzt sondern regelrecht „ausgenutzt“. Kleintiere bzw. Heimtiere werden oft unbedacht angeschafft und dann nicht ihrer Art entsprechend gehalten,“ sagt Walter Pichler, Präsident des Südtiroler Tierfreundevereins.

Pichler weiß wovon er spricht, denn er erhält jeden Tag Hinweise über Tierquälerei oder unzumutbare Tierhaltung. „Es wäre angebracht, einen Hundeführerschein als Pflicht für jeden Hundehalter einzuführen. Ein Pilotprojekt dafür startet in wenigen Monaten. Ebenso ist es notwendig, die Katzenkastration als Pflicht einzuführen, will man das viele Jungkatzenleid eindämmen. Zahllose Jungkatzen, oftmals krank, werden einfach ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen, manchmal sogar mit ihrer Mutter. Und auch der Verkauf von Haustieren in Geschäften, auf Märkte und ähnlichem sollte verboten werden. Mehr Ohr wünschen wir uns auch von der Gerichtsbarkeit zu den Tierschutzthemen, aber auch von den zuständigen Behörden unseres Landes.“ Das sind nur einige der Forderungen der aktiven Tierschützer.

Tierschutz in Südtirol gesellschaftsfähig machen

Der Südtiroler Tierfreundeverein ist einer von mindestens 13 Tierschutzvereinen in Südtirol. Der Verein hat über 900 Mitglieder, davon sind 70 ehrenamtlich aktiv. Die Internetseite des Vereins www.tierfreunde.it wird im Jahr 42.000 mal aufgerufen. Man ist auch im Facebook vertreten. „Unser Wunsch ist, dass viele Südtiroler als Mitglied, als Spender oder beides, unseren Verein und unsere Tätigkeit im Interesse der Tiere unterstützen. Je mehr Mitglieder uns unterstützen, umso mehr wird unsere Stimme gehört. Tierschutz muss in Südtirol mehr gesellschaftsfähig werden,“ so Pichler. Dafür braucht es Menschen, die mitdenken, mitfühlen und mithelfen etwas gegen das Leid der Tiere zu tun. Jeder der sich in irgendeiner Form engagieren will, ist beim Verein herzlich willkommen. Zurzeit denkt man im Verein auch über die Organisation einer Ausbildung zum zertifizierten Tierschützer nach.

Kinder sensibilisieren

Im Kindergarten und in den Schulen sollte dem Thema Tierschutz besonders Beachtung geschenkt werden. Im Elternhaus und in den besagten öffentlichen Strukturen könnte der Grundstein für einen guten Umgang mit den Tieren gelegt werden. Kleine Aktionen gibt es – dank tierliebender Menschen. Zu wenig, findet der Präsident des Südtiroler Tierfreundevereins: „Kinder sind die Gesellschaft von morgen. Deshalb ist es wichtig, dass sie schon von klein auf zu einem liebevollen, verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren erzogen werden. Die Kleinen sind wissbegierig und lernen gerne und leicht. Hier müsste stärker in Sensibilisierung investiert werden. Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr,“ so Pichler.

Stumme Schreie in der Bekleidungsindustrie

Jedes Jahr werden Millionen Tiere in der Bekleidungsindustrie getötet oder ausgebeutet. Im Namen der Mode leiden Tiere ungeheuerliche Qualen, darunter auch Millionen von Hunden und Katzen auf chinesischen Pelzfarmen, Kühe in den Schlachthäusern von Bangladesch für Leder oder Schafe in Australien. Angora-Kaninchen schreien schmerzerfüllt, wenn ihnen alle drei Monate ihr Fell ausgerissen wird. Hunde werden am lebendigen Leib für Pelze gehäutet, ihr Leder für Handschuhe und Gürtel verarbeitet. Hinter Pelzkrägen, Lederschuhen oder Wollpullovern stecken schockierende Wahrheiten, die für die meisten Menschen kaum zu ertragen sind. Sie würden gerne auf ihren Pelzbesatz, auf Lederschuhe oder ihren Angora Pullover verzichten, wüssten sie über das unvorstellbare Leid, das Tieren dafür angetan wird.

Im Bild 1:

Zuerst putzig klein und schnell angeschafft. Dann oft weggeworfen oder weit weg gesperrt.

Im Bild 2:

Vielerorts –auch in Südtirol – fristen viele Hunde ein trauriges Dasein. Sie vegetieren als Kettenhunde ohne sozialen Kontakt, weit weg vom Menschen an viel zu kurzer Kette vor sich hin.

Informationen

Südtiroler Tierfreundeverein

Bellinistraße, 3

39012 Meran

Präsident: Walter Pichler
Tel. +39 345 1206059
E-Mail: info [at] tierfreunde [dot] it
www.tierfreunde.it