Die Produzenten der Südtiroler Erdbeeren und Himbeeren haben eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Sie war besonders geprägt durch das regenreiche Wetter und eine Überproduktion in Europa im August. Innerhalb Südtirols gab es sehr unterschiedliche Ernteergebnisse.
Sowohl Peter Gamper, Geschäftsführer der MEG Erzeugergenossenschaft Martell, als auch Markus Tscholl, Versteigerungsleiter der Egma Obstversteigerung Vilpian, bestätigen einen preislich und mengenmäßig sehr guten Absatz der Südtiroler Erdbeeren in den Monaten Juni und Juli. Im August seien allerdings die Preise wegen einer Überproduktion in Europa eingebrochen. Mitte September haben sich die Preise jedoch erholt und sind bis zuletzt konstant geblieben. Die Ernte in den verschiedenen Anbaugebieten Südtirols variierte heuer deutlich.
In Martell war die Ernte bereits Ende September abgeschlossen. „Bei den Erdbeeren haben wir heuer mit ca. 700.000 kg ein Ernteminus von 20% zu verzeichnen. Besonders im Juli mussten wir aufgrund der starken Regenfälle Qualitäts- und Mengeneinbußen von ca. 50% hinnehmen. Bei den Himbeeren, die großteils unter Regenschutzvorrichtungen stehen, waren Qualität und Ernteergebnis mit 40.000 kg stabil. Dank der sehr guten Preislage im Juni und Juli können wir das Jahr 2008 trotz des Wetters als normales Jahr verbuchen. Neben unseren traditionellen Absatzmärkten in der Lombardei und im Latium sowie in Österreich und Deutschland haben wir heuer versucht auf Zypern Fuß zu fassen. Dort haben wir durchwegs positive Erfahrungen gemacht“, fasst Peter Gamper die Saison zusammen.
Aus den restlichen Anbaugebieten Südtirols im Ulten-, Eisack-, Pustertal, Jenesien und vom Ritten kommen die Beeren die über die Egma Obstversteigerung Vilpian vermarktet werden. Dort werden z.T. wiederblühende Pflanzen verwendet, um dadurch noch bis in den November hinein Erd- und Himbeeren ernten zu können. Auch in diesen Gebieten hatte man mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. Der Anteil an nicht haltbarer Ware mit Druckstellen auf den Beeren war höher als in den vergangenen Jahren. „Qualitätseinbußen hatten wir vor allem bei den Himbeeren zu verzeichnen, die nur teilweise überdacht waren. Bei den Erdbeeren vielen diese etwas schwächer ins Gewicht, da sie vielerorts durch Abdeckungen vor Regenfällen geschützt waren. Daher ist bei der abgedeckten Ware die Qualität unverändert gut. Genaue Zahlen der Ernteerträge liegen noch nicht vor. Bis Ende September konnten etwa 300.000 kg Erdbeeren und 40.000 kg Himbeeren abgesetzt werden. Für das gesamte Jahr zeichnet sich eine ähnliche große Menge bei Erdbeeren und Himbeeren wie in den letzten Jahren ab, beschreibt Markus Tscholl das vorläufige Ernteergebnis aus Sicht der Egma.
Qualitätsware vermehrt an Detailhandel
In Südtirol werden etwa 1.200 Tonnen Erdbeeren und 80 Tonnen Himbeeren pro Jahr geerntet, die das Qualitätszeichen Südtirol tragen dürfen. Regelmäßige Kontrollen und das Qualitätszeichen Südtirol bürgen dafür, dass der Anbau nach strengen Richtlinien erfolgt. Die Beeren werden im Freiland angebaut und müssen aus integriertem Anbau stammen. Die Absatzmärkte für Beeren mit dem Qualitätszeichen Südtirol liegen in Südtirol, in der Lombardei, im Veneto, der Toskana, im Latium, in Deutschland und Österreich. Gingen bislang 90% der Ernte in den Großhandel, so zeichnet sich heuer, laut Peter Gamper, „ein klarer Trend weg vom Großhandel hin zum Detailhandel ab“.
Im Bild: Ernte der Erdbeeren mit dem Qualitätszeichen Südtirol
Quelle: EOS. Dieses Bild darf nur im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung veröffentlicht werden.