„Tourismus und Landwirtschaft reichen sich die Hand“, das ist das Motto eines Pilotprojekts, das nun an den Start geht. Unter dem Schlagwort „ApfelLiebe“ sollen Gastgeber - also Hotels, Pensionen und Privatzimmervermieter - animiert werden, den Gästen Südtiroler Äpfel zu schenken oder zu verkaufen. Die handlichen ApfelLiebe-Kistchen enthalten 2,2 kg, also ca. 13 Südtiroler Äpfel. Mit diesem gesunden Urlaubsmitbringsel können Gäste und Gastgeber Südtirols Berglandwirtschaft unterstützen. Denn 10 Cent pro kg Äpfel fließen in die Finanzierung von Bergbauernprojekten wie die Reaktivierung von Getreidefeldern und die Förderung von jungen Musikern, welche die Landschaft Südtirols den Menschen musikalisch näher bringen. Bereits in den nächsten Wochen wird ein erster Getreideacker am Schenner Berg angesät, im August folgt die Reaktivierung eines der höchst gelegenen Kornäcker Europas beim Bergbauernhof Finailhof in Schnals. Weiterer Getreideäcker im mittleren und oberen Vinschgau und auf dem Ritten sind geplant. Das Pilotprojekt läuft von Juni bis November im Burggrafenamt an. In einer zweiten Phase soll es auf andere Tourismusregionen Südtirols ausgedehnt werden. Die ersten 50 Betriebe arbeiten bereits mit Begeisterung mit, weil sie den Kreislauf und das Kundenbindungspotential erkennen. Bei den Gästen stößt „ApfelLiebe“ auf ein äußerst positives Echo. Die Idee für dieses Projekt stammt von Petra Gamper und Karl Perfler, unterstützt wird es von der Südtiroler Apfelwirtschaft. Sie und die Südtiroler Landesverwaltung sehen dieses Projekt als interessanten Ansatz einer Brücke zwischen Tourismus und Landwirtschaft und unterstützen es durch Kommunikations- und Werbemaßnahmen. Die Ziele sind vielfältig: Steigerung der Bekanntheit des Südtiroler Apfels über die Grenzen hinaus, Unterstützung der Südtiroler Bergbauern und nicht zuletzt die Produktion von heimischem Getreide und damit die Förderung der biologischen Vielfalt in Südtirol. Interessierte können sich per Mail an info [at] apfelliebe [dot] com oder an die Koordinationsstelle (Tel. 338 5314299 oder 320 0829165) wenden. Auf der Internetseite www.apfelliebe.com sind alle teilnehmenden Betriebe angeführt. Hier können Gäste und Gastgeber alle unterstützten Projekte verfolgen.
Landesverwaltung begrüßt die Initiative
„Die Landwirtschaft und der Tourismus sind im Berggebiet eine Schicksalsgemeinschaft: Ein Sektor kann ohne den anderen nicht überleben!“ ist Landesrat Hans Berger überzeugt. Auch Landesrat Thomas Widmann ist derselben Meinung: „Dieser Schulterschluss von Tourismus und Landwirtschaft ist ein wesentlicher Beitrag für eine regional starke Wirtschaft. Bestehende Potentiale und Ressourcen werden so wieder vermehrt genutzt. Wir sind froh, wenn sich solche Initiativen entwickeln und freuen uns über eine rege Teilnahme der Betriebe.“ Die Gäste unterstützen mit dem Erwerb eines ApfelLiebe-Kistchens die Bergbauern, die unter schwierigsten Begebenheiten Natur- und Kulturlandschaften in kostbare Lebensräume umwandeln. Die Felder sind Grundlage für die Existenz der Bergbauern und für eine neue Perspektive. Außerdem unterstützt das Projekt die Produktion von heimischem Getreide für Nudel, Brot und für andere Produkte. Bäckereien haben bereits Interesse an größeren Abnahmemengen angemeldet.
Impulse für Tourismus & Landwirtschaft
Heimische Kreisläufe stärken - das ist die Grundidee der Initiatoren. Weiters soll damit der Tourismus neue Impulse für Selbstversorgung und Heimatgesinnung bekommen. Denn die Gäste sind froh einen Beitrag für eine gesunde Entwicklung Südtirols leisten zu können. In diesem Sinne haben die Organisatoren 2009 schon einige Dinge umgesetzt: Der Kornacker Stallwies in Martell wurde reaktiviert, Konzert- und Themenwanderungen für Gäste und Einheimische organisiert sowie Begegnungsinitiativen von Berg- und Talbauern ermöglicht.
Zur Abwicklung
Die teilnehmenden Betriebe erhalten vom Organisationsteam „ApfelLiebe“ entsprechende Informationen. Es bietet sich an, eventuell eine „Apfelecke“ am Empfang einzurichten. Plakate und Broschüren in deutscher, italienischer und englischer Sprache werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Gastgeber können den Gästen ApfelLiebe-Kistchen als Urlaubsgeschenk mitgeben oder diese an die Gäste verkaufen. Bestellungen werden von einer zentralen Koordinationsstelle entgegen genommen. Die vorbestellten Äpfel werden in einer Obstgenossenschaft in Kistchen gepackt, von wo sie wöchentlich an die teilnehmenden Betriebe ausgeliefert werden. Die Auslieferung erfolgt durch Menschen, die Arbeit oder eine sinnvolle Beschäftigung suchen.
Im Bild 1: v.l.n.r.: die Landesräte Thomas Widmann und Hans Berger