Am 4. Oktober findet der Welttierschutztag statt. Diesen internationalen Aktionstag nimmt der Südtiroler Tierfreundeverein zum Anlass, um auf die Rechte der Tiere in Südtirol und auf den Stand der Dinge hinzuweisen. In Südtirol leben unzählige Haus- und Nutztiere; für viele Menschen bedeutet die Viehzucht sogar die Existenzgrundlage. Grund genug um einmal inne zu halten und über den Wert eines Tierlebens nachzudenken. „Oft scheint ein Tierleben leider auch in Südtirol keinen großen Wert zu haben. Vielfach werden Hunde an der Kette als Alarmanlagen gehalten, ganze Katzenkolonien werden sich selbst überlassen und über die Lebensqualität einer Kuh in so manchem Stall möchte man gar nicht nachdenken,“ sagt Walter Pichler. Er muss es wissen, denn er ist der Präsident des Südtiroler Tierfreundevereins und somit tagtäglich mit dem Tierschutz in Südtirol konfrontiert. Der Südtiroler Tierfreundeverein hat sich dem Schutz und der Wahrung der Interessen der Tiere, ihres Lebens und ihrer Rechte verschrieben. Tierleid mildern und die Bevölkerung für eine artgerechte Haltung der Tiere zu sensibilisieren, das ist das oberste Ziel. Der Verein zählt zurzeit 600 Mitglieder, er ist in 7 Sektionen organisiert. 2013 beispielsweise hat der Verein über 900 Katzen kastriert und fast 300 Katzenwelpen ärztlich behandeln lassen. Er versorgt aber auch freilebende Katzen mit Futter und setzt sich stark für die Sensibilisierung der Bevölkerung ein. Informationen gibt es im Internet unter www.tierfreunde.it.
Was kann jeder einzelne tun?
Jeder kann im Kleinen einen Beitrag für den Tierschutz leisten. Schon der bedachte, reduzierte Verzehr von Fleisch von heimischen Tieren ist ein erster Schritt. Denn vor allem Tiertransporte sind oft zu lang, nicht artgerecht und stressig für die Tiere. Auch sollte jeder Bürger die Augen offen halten und wo immer Tiermisshandlungen in unserem Land passieren, diese an die Behörde melden. Wichtig ist es auch sich mit den diversen Tierschutzthemen auseinanderzusetzen. Denn leider wissen viele Menschen nicht wie Tiere zu halten sind und beispielsweise welche Torturen so manches Stück Fleisch hinter sich hat. Wer nicht Vegetarier oder Veganer sein will, sollte sich doch wenigstens daran orientieren: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Wer sich ein Tier anschafft, sollte über die artgerechte Haltung genauso Bescheid wissen, wie darüber, dass ein Tier eine lebenslange Verantwortung darstellt. Tierliebhaber oder –schützer können sich auch in den zahlreichen Vereinen Südtirols engagieren und mitarbeiten. Es gibt viele Möglichkeiten: Das Sammeln von Spenden für die Vereinstätigkeit, die Mithilfe bei Sensibilisierungsprojekten und nicht zuletzt die Pflege ausgesetzter Tiere bis zu deren Genesung und deren Vermittlung.
Notwendige Tierschutzmaßnahmen in Südtirol
Südtirol verfügt über ein Tierschutzgesetz. Für dessen Einhaltung sollten Tierschutzpolizisten sorgen. 1997 wurden 16 Personen dafür ausgebildet. Heute ist von diesen eine Handvoll übrig. Sie werden kaum zu Einsätzen gerufen. Der Südtiroler Tierfreundeverein möchte nun den Antrag stellen, die Koordinierung der Tierschutzpolizei zu übernehmen. Auch sollten vorhandene Tierschutzpolizisten weitergebildet werden und ein neuer Kurs für mehr Tierschutzpolizisten in Südtirol sorgen. Weiters bedürfen folgende Probleme in Südtirol einer Lösung: Zahlreiche ehrenamtliche Menschen übernehmen Aufgaben des tierärztlichen Sanitätsdienstes, so beispielsweise die Kastration von freilebenden Katzenkolonien, die Pflege von verletzten und ausgesetzten Tieren usw. Dazu braucht es Geld. Die öffentliche Verwaltung ist hier gefordert, diese Spesen zur Genüge zu decken.
Im Bild: Die Vereinsmitglieder versorgen viele verwaiste Jungtiere. Sie ziehen sie auf und geben sie an Tierliebhaber weiter. Ständig werden Tierfreunde gesucht, welche hierbei mithelfen.
Informationen
Südtiroler Tierfreundeverein
Dr. Hillebrandtweg 5
39010 St. Martin in Passeier
Präsident: Walter Pichler
Tel. +39 348 3532098
E-Mail: info [at] tierfreunde [dot] it
www.tierfreunde.it