Das Assessorat für Landwirtschaft hat vor 5 Jahren gemeinsam mit dem Consortium Südtiroler Speck das Projekt „Südtiroler Bauernspeck“ gestartet. Nun wurde die EOS der Handelskammer Bozen beauftragt, besonders qualitätsbewusste Käuferschichten mit einer Informationskampagne anzusprechen, die auch bereit sind, für ein einzigartiges, exklusives Produkt einen angemessenen Preis zu zahlen.
Nach einer mehrjährigen Anlaufzeit des Projekts „Südtiroler Bauernspeck ggA“ startet nun in Südtirol eine breit gefächerte Informationskampagne über das typische Südtiroler Produkt. Diese wurde heute im Beisein von Landesrat Hans Berger und Werner Frick der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Besondere am Speck mit dem blauen Trägersteg ist die etwas fettere, aber eben deswegen sehr mürbe Konsistenz. Die Schweine werden in kleinen Stückzahlen in traditionellen bäuerlichen Familienbetrieben gehalten. Von der Geburt bis zur Schlachtung eines jeden Tieres ist garantiert, dass alle hohen Standards für den Südtiroler Bauernspeck erfüllt sind. Dazu gehören gentechnikfreie Fütterung und die Haltung des Schweins auf Südtiroler Bauernhöfen im ständigen Kontakt mit den Artgenossen. Dies wird regelmäßig durch eine unabhängige Kontrollstelle überprüft. Die Reifezeit des Specks liegt zwischen 8 und 9 Monaten, deshalb ist Südtiroler Bauernspeck ggA eine Exklusivität, die nur in kleinen Mengen verfügbar ist. Aus diesem Grund kann beim Einkauf eine Vormerkung notwendig sein. “Der Bauernspeck ggA ist die Krönung der Südtiroler Speckmacherkunst. Er ist eine Spezialität vor allem für Feinschmecker. Aufgrund des höheren Fettanteils und der optimierten Fettzusammensetzung ist der Südtiroler Bauernspeck nie zu salzig oder zäh. Er zergeht auf der Zunge, hat einen milden, kernigen Geschmack und eine mürbe und trotzdem feste Konsistenz“, weiß Franz Senfter, Präsident des Consortiums Südtiroler Speck und selbst Hersteller des Premiumprodukts.
Die Informationskampagne für den Südtiroler Bauernspeck, welche von der EOS der Handelskammer Bozen im Auftrag des Consortiums Südtiroler Speck durchgeführt wird, beinhaltet eine Reihe von Informationsaktivitäten für 2008 und 2009. Die Maßnahmen umfassen neben der Ausstattung der verschiedenen Verkaufspunkte mit neuen Präsentations- und Informationsmaterialien, Produktvorstellungen und –verkostungen in Zusammenarbeit mit der Sommeliervereinigung und ausgewählten Südtiroler Restaurants, ein Gewinnspiel, eine Roadshow in ausgewählten Vinotheken, Direkt-Mailings an spezielle Adressaten, eine Anzeigenkampagne für den Bauernspeck als Geschenkartikel für Weihnachten sowie eine Sensibilisierungskampagne in Zusammenarbeit mit dem HGV und dem Südtiroler Köcheverband. Zielgruppe sind Konsumenten, die hochwertige, typische Lebensmittel bevorzugen und gewillt sind einen etwas höheren Preis zu zahlen.
Zuerwerb durch Südtiroler Bauernspeck
Das Projekt „Südtiroler Bauernspeck“ läuft heuer das 5. Jahr. Ziel des Projekts ist es, die Herstellung von besonders mürbem und etwas fetterem Speck ausschließlich von Südtiroler Schweinen mit der traditionellen Verwendung der verschiedenen Teilstücke Schlegel, Schulter, Schopf, Karree und Bauch zu fördern. Projektpartner sind die Abteilung Landwirtschaft, der Verband Südtiroler Kleintierzüchter, das Consortium Südtiroler Speck und seit kurzem die EOS der Handelskammer. Im Juli 2004 wurde erstmals mit der Aufstallung von Ferkeln begonnen, im November desselben Jahres wurden dann die ersten Tiere geschlachtet. „Das Projekt ist eine wichtige Maßnahme zur Aufwertung der Qualitätsprodukte der Südtiroler Landwirtschaft. Eine Landwirtschaft, die beste Voraussetzungen für die Produktion hochwertiger Lebensmittel mitbringt: Intakte Umwelt und kleine Familienbetriebe mit traditioneller Bewirtschaftung. Die kleinbäuerliche Struktur der Südtiroler Berglandwirtschaft zwingt die bäuerliche Familie dazu, nach Zuerwerbsmöglichkeiten Ausschau zu halten. Die Schweinehaltung lässt sich sehr gut mit einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit oder mit der Milchviehhaltung kombinieren. Das Projekt „Südtiroler Bauernspeck“ ist so ausgelegt, dass die Schweinehaltung für Südtiroler Bauern einen interessanten Zusatzverdienst darstellen kann. Sie hilft mit - in Kombination mit anderen landwirtschaftlichen und/oder außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten - den Weiterbestand des bäuerlichen Betriebes abzusichern“, ist Landesrat Berger überzeugt.
Zeichen für höchste Qualität
Es gibt inzwischen alle möglichen Zusatzangaben für Speck und natürlich wird auch die Bezeichnung Bauernspeck für alles Mögliche verwendet. Nur im Zusammenhang mit der eben geschützten geografischen Angabe (ggA) Südtirol können aufgrund intensiver Kontrollen alle Garantien gegeben werden, die sich auch anspruchvollste Genießer erwarten. Südtiroler Bauernspeck erkennt man an der typischen Brandmarkierung, am Trägersteg in der blauen Farbe der Bauernschürze und dem Ursprungszeugnis, auf dem das Einsalzdatum, der Herkunftsort sowie der Name des Bauernhofes und des Herstellers enthalten sind. Wie beim Südtiroler Speck ggA, den man ebenfalls an der eingebrannten Südtirolmarke und am Consortium-Logo mit dem grünen Trägersteg erkennt, darf nicht jeder heimische Speck den Namen Südtirol tragen. Nur wer auf die Einhaltung strengster Kriterien hinsichtlich des Rohstoffs und der Herstellungsmethoden achtet, darf für seinen Speck den Namen Südtiroler Speck ggA verwenden. Der Südtiroler Bauernspeck wird ausschließlich von folgenden kontrollierten Markenspeckherstellern hergestellt: Moser in Naturns, Senfter in Innichen, Steiner in Rasen/Antholz, Pföstl Stefan in Algund und Windegger Franz in Eppan. Das Premiumprodukt gibt es in ausgewählten Fachgeschäften, wo er vorwiegend an der Theke verkauft wird. Die Verkaufspunkte sind durch Poster, Aufkleber und ein eigenes Verkaufsdisplay aus Holz erkennbar. Zu erkennen ist er am blauen Trägersteg. Eine Broschüre informiert den Konsument über Herkunft und Produktionseckdaten. Informationen zum Bauernspeck gibt es auch unter www.speck.it.
Die Schweinehaltung für Bauernspeckproduktion
Zurzeit sind am Programm 18 Ferkelproduzenten mit 79 Sauen (ergibt ca. 1.500 Ferkel im Jahr) und 16 Mäster mit 616 Mastplätzen beteiligt. Das durchschnittliche Alter der Tiere bei der Schlachtung ist 8 Monate. 2007 wurden 824 Schweine für das Projekt „Südtiroler Bauernspeck“ gezüchtet. Die rechtlichen Vorgaben für Züchtung, Haltung, Fütterung und Schlachtung sind die gleichen wie für jeden anderen Schweinehalter in Südtirol. Über die gesetzlichen Vorschriften hinaus müssen die Teilnehmer am Projekt „Südtiroler Bauernspeck“ zusätzliche Auflagen erfüllen. Die Kontrollen in den Landwirtschaftsbetrieben werden von Franz Blaas von der Dienstelle Bergbauernberatung der Abt. 22 der Autonomen Provinz Bozen im Rahmen der Beratungstätigkeit durchgeführt. Sowohl die Ferkelproduzenten als auch die Mäster werden mehrmals im Jahr kontrolliert. Da alle Ferkel individuell gekennzeichnet werden, kann der Werdegang eines Tieres von der Geburt bis zur Schlachtung lückenlos rückverfolgt und ausgewertet werden. Zusätzlich werden nach dem Zufallsprinzip von den eingesetzten Futtermitteln Proben entnommen und untersucht.
Im Bild 1 v.l.n.r.: Paul Zandanel (Marketingleiter der EOS/Handelskammer Bozen), Franz Blaas (Betreuung & Beratung der Bergbauern in Bezug auf die Schweinezucht/Dienststelle Bergbauernberatung, Abt. 22 der Autonomen Provinz Bozen), Hans Berger (Landesrat für Landwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen), Christine Mayr (Präsidentin der Sommeliervereinigung Südtirol), Franz Mitterrutzner (Geschäftsführer des Consortiums Südtiroler Speck), Benedikt Gramm (Präsident der EOS der Handelskammer Bozen), Markus Gasser (Vizepräsident des Consortiums Südtiroler Speck) und Werner Frick (Landesrat für Handwerk, Industrie und Handel der Autonomen Provinz Bozen)
Im Bild 2: Die verschiedenen Teilstücke des Südtiroler Bauernspecks ggA, von oben nach unten: Schopf, Schulter, Karree, Bauch und Schlegel
Bildquelle Bild 1: Cover public relations
Bildquelle Bild 2: EOS
Diese Bilder dürfen ausschließlich in Zusammenhang mit der vorliegenden Pressemitteilung oder der Pressekonferenz, welche am 21.10.2008 in Bozen stattgefunden hat, veröffentlicht werden.