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Museum Steinegg feiert Geburtstag

Am Samstag, den 12. Juli feiert das Museum Steinegg sein 20jähriges Bestehen. Um 15.00 Uhr lädt deshalb Kustos Franz Mahlknecht zu einer Geburtstags-Sonderführung. Diese schließt mit dem feierlichen Anschnitt der Geburtstagstorte und einem gemeinsamen Umtrunk. Gegen eine freiwillige Spende steht die Führung allen offen, die sich für die bäuerliche Alltagskultur der letzten 1.000 Jahre Tiroler Geschichte interessieren. Alle die neugierig sind, auf die 10.000 Exponate, die Zeugnis ablegen vom Leben der Menschen in dieser Zeit, sind herzlich eingeladen teilzunehmen. So lange es das Museum gibt, so lange führt Kustos Franz Mahlknecht die Besucher durch die 18 Ausstellungsräume. Durch seine lebendigen, begeisterten Erklärungen, angereichert mit vielen Geschichten, wird das Leben der Vorfahren der Gemeindebürger Karneids fast greifbar. Die Führungen finden bis 31. Oktober jeweils Dienstag bis Freitag um 10 und um 11 Uhr statt; Samstags, Sonn- und Feiertags um 15 und um 16 Uhr. Im Sommer werden auch Nachmittags- und Abendführungen angeboten. Am Montag ist Ruhetag. Informationen gibt es direkt bei Franz Mahlknecht (Tel. 0471 376518) oder dem Tourismusverein Steinegg (Tel. 0471 376574, E-Mail: Info [at] steinegg [dot] com, www.steinegg.com). Der Besuch des Museums Steinegg lässt sich auch zu einem ganztägigen Ausflug erweitern: So sind die Erdpyramiden von Steinegg, der Planetenweg, Südtirols einzige Sternwarte und das Sonnenobservatorium in Obergummer sehr lohnende Ausflugziele. Das Museum Steinegg ist eine der umfassendsten Aufbewahrungsstätten in Südtirol, das Einblick gibt in das einfache, harte aber auch zufriedene Leben unserer Vorfahren, wie sie arbeiteten und ihre Freizeit verbrachten.

Vom Silberschmuck bis zum präparierten Wolf
Mehrere authentisch nachgebaute Alltagsräume eines Bauernhauses mit vollständiger Ausstattung an Haushaltsgeräten, 7 vollständige Werkstätten alten Handwerks, wie Schuster, Schneider, Weber, Besenbinder, Räder- und Rechenmacher, Stricker, Korbflechter, Tischler und Schmied, 192 präparierte Tiere, 220 Schmetterlingsarten und vieles andere mehr können im Museum Steinegg bestaunt werden. Wimm- und Kelterutensilien, Arbeitsgeräte für Wein-, Obst- und Ackerbau, Vieh- und Waldwirtschaft sind im Museum Steinegg genauso zu finden wie eine Waffensammlung, Modelle aus der Kriegszeit und eine Mineraliensammlung, welche die Gesteinsvielfalt des Alpenraumes wieder spiegelt. Die Auferstehungskapelle im Untergeschoss des Museums birgt Statuen von bekannten Heiligen sowie sonstige sakrale Kunst. Auch der Tier- und Pflanzenwelt wird viel Raum geboten. Kaum ein anderes Museum in Südtirol hat ein so umfassendes Sortiment an präparierten Tieren aus den Alpen.

Gegen Ausverkauf der Heimat
In den 60er und 70er Jahren drohte der Gemeinde Karneid der Ausverkauf geschichtsträchtiger Kulturgegenstände. Wanderhändler kauften von den armen Bauersleuten allerhand alte Figuren, Bilder, Schmuck und sonstige Kostbarkeiten. Die Leute brauchten das Geld und verkannten oft den wahren Wert der Dinge. Eine Gruppe von Lehrern unter der Federführung von Hans Mahlknecht, dem späteren Karneider Bürgermeister, beschloss 1984, dem Tiroler Gedenkjahr, dem entgegenzuwirken. Man gründete ein Komitee zur Rettung geschichtsträchtiger Gegenstände. Fast jeder Hofbesitzer hatte eine Gabe für das spätere Museum parat und mancher spendete gar seine Stube oder sein Werkzeug, wenn er in den Ruhestand ging. So hatten sich tausende von Gegenständen angesammelt für die nun ein geeigneter Ausstellungsort gesucht wurde. Beim Bau der neuen Kirche in Steinegg gab sich hierfür die Gelegenheit. Unterhalb des Kirchenschiffs entstand ein riesiger Hohlraum, der zum Museum ausgebaut wurde. Am 1. Juli 1988 wurde das Museum Steinegg feierlich eröffnet.

Im Bild 1 von links: Hans Mahlknecht (Altbürgermeister der Gemeinde Karneid und Initiator des Museums), Franz Mahlknecht (Kustos des Museums) und Albin Kofler (Bürgermeister der Gemeinde Karneid)

Im Bild 2:
Die Stube, Ort der Gemeinsamkeit und oft Treffpunkt von 4 Generationen