post [at] cover-training.com

Mebotunnel Paradebeispiel für Sicherheit von Tunnels in Südtirol

Die Südspur des Tunnels der Mebo bei Sigmundskron ist laut Paolo Montagner, Direktor der Abteilung Straßendienst der Autonomen Provinz Bozen, ein Paradebeispiel für innovative und sichere Tunnelgestaltung. Montagner informierte im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden Vortragsreihe der Ingenieurkammer Bozen, die sich diesmal mit dem Thema „Tunnelausbau – Standard und Ausblick“ befasste, über die Anpassung bestehender Tunnels an die aktuellen Sicherheitsbestimmungen. Der Mebotunnel, in dem – einzigartig in Südtirol - eine automatische Alarmaktivierung über Videokameras installiert wurde, diente dabei als veranschaulichendes Beispiel. Die gut besuchte Vortragsreihe bot den anwesenden Ingenieuren interessante Einblicke in das Thema Tunnelausbau direkt aus Expertenhand. So konnten sich die Teilnehmer nach der Begrüßung durch Julius Mühlögger, Kammerrat der Ingenieurkammer Bozen, neben Montagner auch auf Vorträge von Prof. Christian Bartenbach vom Bartenbach Lichtlabor aus Innsbruck und Valentino Pagani freuen. Pagani, der als Direktor der Abteilung Tiefbau der Südtiroler Landesverwaltung sämtliche Tunnelbauten des Landes koordiniert, ist ausgewiesener Experte in diesem Sektor. „Sicherheit für die Autofahrer ist das oberste Gebot und steht in den neuen Richtlinien zum Straßen- und Tunnelbau, die im November 2006 in Kraft getreten sind, an oberster Stelle. Beim Bau aller neuen Tunnels müssen die vorgeschriebenen Normen genauestens eingehalten werden, sonst dürfen sie gar nicht für den Verkehr freigegeben werden“, so Pagani. Anhand von Beispielen wie der Westumfahrung Brixen, der Nord-Westumfahrung Meran und der Umfahrung Leifers zeigte er die Normen für die Planung und den Bau im Detail auf. Die neuen Richtlinien sehen für Tunnels je nach Verkehrsaufkommen pro Tag, Richtung sowie Tunnellänge verschiedene Vorgaben für Beleuchtung, Belüftung, Notrufstationen, Fluchtwege, Beschilderung, Überwachungssysteme, Löschvorrichtungen usw. vor. Dabei handelt es sich um bauliche Maßnahmen, Maßnahmen zur Verkehrslenkung und Instandhaltung.

Anpassung bestehender Tunnels auf gutem Weg
Bestehende Tunnels werden hingegen laufend an die neuen Normen angepasst. Über den Fortschritt dieser Arbeiten informierte Paolo Montagner. Er zeigte anhand von Beispielen die Instandhaltungspläne der Tunnels und informierte über die Organisation der Wartung. „In Südtirol gibt es 168 Tunnels: 67 sind kürzer als 125 m, 89 davon sind länger als 125 m und immerhin 9 überschreiten eine Gesamtlänge von 1.000 m. Dazu zählen die Tunnels in Naturns und im Eggental. Letztere gelten als Klasse A und gehören somit zu den Tunnels, für welche die höchsten Sicherheitsvorkehrungen gelten. Sie alle entsprechen den internationalen Normen. Immerhin wurden vom Land Südtirol ca. 140.000 Euro pro Kilometer Tunnel für Wartung und Betrieb (inkl. Energiekosten) ausgegeben. Für alle längeren Tunnels in Südtirol wurden Risikoanalysen durchgeführt und alle Tunnels werden periodisch kontrolliert. 4 spezialisierte Techniker sind in Südtirol für die Sicherheit und Wartung der Tunnels zuständig“, erklärte Montagner. Das Optimum an Tunnelsicherheit bietet derzeit der oben erwähnte Tunnel der Mebo bei Sigmundskron. Digitale Warntafeln informieren bei Vilpian, Terlan und am Tunneleingang über Gefahren im Tunnel. Intelligente Videokameras im Tunnelinneren melden automatisch und zeitgleich Hindernisse wie Unfall oder Stau an die Autofahrer weiter. So können Unfälle verhindert und ein Ausweichen über die Ausfahrten ermöglicht werden.

Tunnel der Zukunft
Abschließend informierte Prof. Christian Bartenbach über eine wissenschaftliche Studie, welche den Einfluss der Beleuchtung auf die Wahrnehmung und Sicherheit im Tunnel belegt. Beispielsweise sollen farbige Abschnitte und eine gute, indirekte Beleuchtung wesentlich die Sicherheit in den Tunnels optimieren. Derzeit befinden sich die Studienergebnisse jedoch in einer Testphase.

Im Bild v.l.n.r.:
Ing. Julius Mühlögger (Kammerrat der Ingenieurkammer Bozen), Dr. Paolo Montagner (Abteilungsdirektor der Abteilung Straßendienst der Autonomen Provinz Bozen), Ing. Valentino Pagani (Abteilungsdirektor der Abteilung Tiefbau der Autonomen Provinz Bozen), Prof. Christian Bartenbach und Mag. Wilfried Pohl (Bartenbach Lichtlabor, Aldrans/Innsbruck)