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Ernte der Marillen im Vinschgau hat begonnen

Im Vinschgau hat die Ernte der Marillen begonnen. Wie bei vielen anderen Obstarten beginnt heuer auch die Marillenernte 2 Wochen früher. Heuer wurden die Vermarktung und der Verkauf der Marille im Vinschgau erstmals zentral geregelt. Die VI.P, der Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse, hat für die Marille einen einheitlichen Auftritt kreiert. So soll die Wertschätzung für das gesunde Obst, das für den Vinschau so typisch ist, gesteigert werden. „Für die Marillen aus dem Vinschgau wurden ein eigenes Logo, ein Informationsblatt mit Rezepten für die Konsumenten, eine detaillierte Broschüre für die Wiederverkäufer und ein Poster für die Verkaufsstellen erstellt. Damit möchten wir einerseits dem Konsumenten Sicherheit geben, dass er ein hochqualitatives Produkt erhält. Anderseits garantieren wir auf diese Weise unseren Mitgliedern und Lieferanten den Absatz,“ sagt Gerhard Eberhöfer, Mitarbeiter der VI.P und zuständig für den Verkauf der Marillen aus dem Vinschgau. Wer das schmackhafte Steinobst erntefrisch genießen möchte, erhält die Marille aus dem Vinschgau ab nun in der Genossenschaft NOG in Naturns, JUVAL in Kastelbell, MEG in Martell, GEOS in Schlanders, OVEG in Eyrs und in ausgewählten Geschäften in ganz Südtirol. Die Genossenschaften haben während der Haupterntezeit auch samstags ganztägig geöffnet. Es genügt Ausschau nach der Kennzeichnung „Marillen aus dem Vinschgau“ zu halten. Die Marillen gibt es im schwarzen Karton à 10 und 3 kg als Tafelware, im weißen Karton à 10 kg für die Marmeladezubereitung und lose. Die Vinschger Marillenernte wird voraussichtlich bis Mitte/Ende August dauern.

Renaissance der Marille im Vinschgau
Der Marillenanbau hat im Vinschgau schon seit mehr als einem Jahrhundert Tradition. Nachdem es in den 80er Jahren einen Einbruch in der Vinschgauer Marillenproduktion gab, befindet sie sich seit Beginn der 90er im Aufwind. Heuer kann man gar von einer Renaissance der Vinschgauer Marille sprechen, denn voraussichtlich werden heuer mehr als 250 t Marillen im Vinschgau geerntet. Das ist eine beachtliche Steigerung gegenüber 2006 von 25%. Diese Steigerung entspricht durchaus den ehrgeizigen Zielen, die man sich im Vinschgau gesetzt hat. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will man eine Produktionsmenge von 500 t erreichen. Gegenwärtig bauen 120 Bauern im Vinschgau Marillen größtenteils im Nebenerwerb an. Sie sind zum Verein Vinschger Marillenanbauer zusammengeschlossen. Marillen sind zwischen 3 und 6 Tage lagerfähig und werden somit ausschließlich in Südtirol, Trient und Nordtirol vertrieben.

Qualität durch besonderes Klima & intakte Natur
Unter den nördlichen Marillengärten Europas stellt der Vinschgau eine Besonderheit dar. Dank seiner sandigen Bergböden und seines einzigartigen Klimas mit viel Sonne, wenig Regen, trockener Luft und großen Temperaturschwankungen gedeihen die Marillen hier besonders gut. Das besondere Mikroklima des Vinschgau gibt den Marillen ihren unvergleichlichen Geschmack. Das Anbaugebiet erstreckt sich von Naturns bis Mals und liegt auf einer Höhe zwischen 700 und 1.300 m.ü.d.M. Die Ausbildung der Geschmacks-, Aroma- und Inhaltsstoffe erfolgt in diesen Regionen langsamer, dafür aber umso intensiver.
Fünf verschiedene Sorten werden derzeit im Vinschgau hauptsächlich angebaut: Vinschger Marille, Ungarische Beste, Orangered, Goldrich und Hargrand. Besonders die Vinschger Marille, die 80% der Ernte ausmacht, eignet sich bestens zum Frischverzehr, für köstliche Marillenknödel, Marmelade, Kuchen oder zur Saft- und Schnapsherstellung. Nur reife, erntefrische Marillen bieten den vollen Geschmack. Denn Marillen sind nachreifende Früchte und deshalb bei voller Reife nur schlecht für längere Transportwege geeignet. Importierte Marillen werden deshalb oft früher geerntet und können ihr Aroma nicht voll entfalten. Marillen aus dem Vinschgau hingegen bekommen die ganze Sonne, die sie zum reifen brauchen.

Vitalitätsbombe Marille
Die Marillen aus dem Vinschgau sind wahre Vitalitätsbomben. Sie sind gelb bis orangegelb und an der Sonnenseite mit Rottönen stärker ausgefärbt. Die leuchtende Farbe kommt vom hohen Anteil an Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A, der in den Früchten steckt. Beta-Carotin ist gut für die Sehkraft, reine Haut, das Wachstum von Fingernägeln und Haaren und es stärkt die Körpereigene Abwehr. Außerdem enthalten Marillen überdurchschnittlich viel Kalium, Niacin, Folsäure, Salicylsäure und Flavonoid Quercetin. Den beiden letzteren wird eine lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben. So wird der hohe Marillenkonsum der Hunza, ein Bergvolk in Pakistan, als Grund dafür angeführt, dass sie im Schnitt zehn Jahre älter werden als Mitteleuropäer.

im Bild 1: die Vinschger Marille
im Bild 2: Marillenernte im Vinschgau