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Einzigartiger Radkunstweg Bozen-Blumau feierlich eröffnet

Heute wurde der neue Radkunstweg von Bozen nach Blumau feierlich eröffnet. Zur Einweihung lud die Geschützte Werkstatt KIMM der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern in Kardaun, welche das Projekt umgesetzt hat.

In zweijähriger Schaffenszeit wurde der Streckenabschnitt des Radweges Bozen–Blumau durch 12 Skulpturen, 7 Säulen, 80 Fahnen, sowie Zeichnungen und Wandmalereien, verschönert. Der Radkunstweg ist einzigartig in Südtirol, in Italien und wohl auch im gesamten deutschsprachigen Raum, weil er von Menschen mit Behinderungen geschaffen wurde. Die erste Station des Radkunstweges befindet sich gegenüber von Kampill, die letzte Station bei Blumau. Der Kunstparcours ist ca. 6 km lang. Mit den 40 KünstlerInnen gefeiert haben unter anderem die Ehrengäste Landeshauptmann Luis Durnwalder, der Bürgermeister von Bozen, Luigi Spagnolli, sowie der Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern und Bürgermeister von Karneid, Albin Kofler. „Dieser Radkunstweg ist hervorragend gelungen. Ich möchte allen, die dabei mitgewirkt haben, von Herzen danken. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, zu dessen Umsetzung es Mut und Entschlossenheit und natürlich finanzielle Unterstützung gebraucht hat. Dank gilt diesbezüglich dem Land, der Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Stadt Bozen, die uns sehr unterstützt haben,“ so Albin Kofler. Bei Führungen wurden die einzelnen Kunstwerke vorgestellt. Die Feier wurde begleitet mit Musik von der Musikkapelle Karneid, dem Kindergarten, der Familiensinggruppe Karneid und der Werkstattband Kapito. Auch dabei waren die 2-fache Olympiasiegerin Antonella Bellutti, Herr Trettl mit seinem Hochfahrrad, die Handbiker und die Einradgruppe Lajen.

„Kunst kennt keine Behinderung“
„Kunst kennt keine Behinderung“, unter diesem Motto wurde 2007 das integrative Kunstprojekt ins Leben gerufen. Auf dem Radkunstweg vollzieht sich eine Verflechtung von Kunst, Landschaft und Natur, die auf die Arbeit und die Kunst von Menschen mit Behinderung aufmerksam macht. Dadurch soll das öffentliche Bewusstsein in Südtirol nachhaltig für die Leistungen von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden. Deswegen standen die 40 KünstlerInnen, welche den Radkunstweg unter der künstlerischen Beratung von Daniela Chinellato und mit Hilfe der 15 Betreuer der Werkstatt KIMM gestaltet haben, im Mittelpunkt der Feier. Am Projekt mitgewirkt haben neben den KünstlerInnen der Geschützten Werkstatt in Kardaun auch der Kindergarten von Kardaun, die Grundschule Kardaun und die Mittelschule Blumau, welche die Säulen und Fahnen kreiert haben.

Dauerhaft Neugier wecken
Der Radkunstweg soll für die Menschen, die ihn benutzen, ein besonderes Erlebnis sein. Dieses integrative Projekt möchte beweisen, dass es nicht möglich ist zu unterscheiden, ob ein Kunstwerk von einem/r KünstlerIn mit oder ohne Behinderung geschaffen wurde. „Wer den Radweg benutzt, soll sich freuen, überrascht sein und zum Nachdenken angehalten werden. Wenn die Besucher den Radweg mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen, dann haben die Künstler ihr Ziel erreicht. Und wenn es uns gelingt, die Neugier der Öffentlichkeit auf die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung fortwährend zu wecken, dann ist der Gegenwert den wir erhalten unbezahlbar“, sagt Ruth Jamnik, Strukturleiterin der Geschützten Werkstatt KIMM der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern. Um die Symbolkraft des Radkunstweges dauerhaft zu erhalten, soll er in Zukunft auch anderen integrativen Kunstprojekten Raum bieten. Durch europaweite Künstlerkooperationen soll der Radkunstweg immer wieder erneuert und erweitert werden.

Wie ist der Radkunstweg entstanden?
Entlang des Radkunstweges befinden sich Skulpturen, Säulen aus Zement, die mit Lichtelementen ausgestattet sind, sowie Fahnen, Zeichnungen und Wandmalereien. Im Jahr 2007 wurde das integrative Kunstprojekt ins Leben gerufen und umgehend mit der Arbeit an den Kunstwerken begonnen. Die Skulpturen entstanden in Anlehnung an Zeichnungen der KünstlerInnen. Aus diesen wurden dann Modelle aus Ton hergestellt, nach deren Vorbild ein Schmied Skelette aus Eisen angefertigt hat. Die Skelette wurden mit Maschendraht überzogen. Auf das so entstandene Gerüst wurden Papierschnipsel mit Kleister aufgeklebt. Eine Firma in Verona überzog die Skulpturen mit einer Wetterfesten PVC-Schicht, die dann bemalt wurde. Andere Kunstwerke wurden per Laser aus Eisenplatten geschnitten und anschließend bemalt. Außerdem gibt es plastifizierte Scherenschnitte, bemalte Holzscheiben und Skulpturen aus glasiertem Ton zu bestaunen.

Bild 1 v.l.n.r.: Luigi Spagnolli (Bürgermeister von Bozen), Ewald Moroder (Bürgermeister von St. Ulrich), Landeshauptmann Luis Durnwalder, Albin Kofler (Bürgermeister von Karneid)

Bild 2 v.l.n.r.: Albin Kofler (Bürgermeister von Karneid), Luigi Spagnolli (Bürgermeister von Bozen), Ruth Jamnik (Strukturleiterin der Geschützten Werkstatt KIMM), Künstler Franz Josef, Landeshauptmann Luis Durnwalder, Olympiasiegerin Antonella Bellutti