Zu Allerheiligen ist der Besuch des Paten beim Patenkind üblich. An diesem Tag werden traditionsgemäß Patenkinder mit dem so genannten Gebildebrot beschenkt. Das aus freier Hand geformte Brot wird auch Allerheiligen- oder Osterbrot genannt, gerade nach der Zeit zu der dieses Brot angeboten wird. Es gibt unzählige Formen von Gebildebrot, das zu den neun geschützten Brot- und Backwarensorten gehört, die das Südtiroler Qualitätszeichen tragen dürfen. Die Hauptformen sind Henne, Hase, Ross und Kranz. Das Gebildebrot wird von Hand vom Bäcker geformt und geschnitzt. Es trägt somit die Handschrift des Bäckers und jedes ist sozusagen ein Einzelstück. Die Überreichung von Allerheiligenbrot fußt noch auf alter religiöser Tradition. Die Herstellung des Gebildebrotes ist somit einmal mehr Beweis, dass die Backkunst in Südtirol nicht nur ein Handwerk, sondern auch überlieferte Kultur und Tradition darstellt.
„Das Allerheiligenbrot wird speziell für den Allerheiligentag hergestellt. In Südtirol dürften das etwa 30.000 Hennen und Hasen sein. Fast jede Bäckerei in unserem Land hält diese Tradition aufrecht, auch wenn die Handarbeit eine Mehrbelastung für die Betriebe ist. Die Vielfalt der Südtiroler Brotsorten soll jedoch erhalten bleiben und Bräuche sollen nicht aussterben. Somit schützt das Südtiroler Qualitätszeichen jahrhundertealte Herstellungsverfahren und Traditionen,“ ist Helmuth Profanter überzeugt. Profanter ist Mitglied der Werbegemeinschaft für Südtiroler Brot, welche von der Handelskammer Bozen koordiniert und von der Südtiroler Landesregierung unterstützt wird.
Garantierte Südtiroler Qualität
Das Südtiroler Qualitätszeichen garantiert natürliche, traditionsgebundene Zutaten und ein Herstellungsverfahren landestypischer Art. Das Gebildebrot gibt es süß oder würzig. Die süßen Sorten werden aus Frischmilch, Weizenmehl, frischen Eiern, Zucker, Hefe, Salz und Butter hergestellt. Es werden keine chemischen Zusatz- und Konservierungsstoffe verwendet. Die würzigen Sorten werden mit Gewürzen wie Anis oder Kümmel verfeinert. Diese haben meist eine runde Form. Bei einem frischen Allerheiligenbrot verzichtet der Genießer gerne auf Aufstrich oder Belag, doch kann man dieses auch mit Butter, Marmelade oder Honig ergänzen. Das Allerheiligenbrot wird kurz vor dem 1. November frisch gebacken und hat eine Haltbarkeit von bis zu 10 Tagen.
im Bild:
eine bunte Mischung an verschiedenen Formen des Gebildebrotes