Seit drei Jahren gibt es das Qualitätszeichen „Südtirol“. Es zeichnet Lebensmittel aus, die in Südtirol hergestellt werden und beste, geprüfte Qualität aufweisen.
Heute feierten die Landesräte Werner Frick und Hans Berger gemeinsam mit der EOS der Handelskammer Bozen und den Produktvertretern den 3. Geburtstag des Südtiroler Qualitätszeichens. Bei einem Brunch rund um die Qualitätslebensmittel aus heimischer, kontrollierter Produktion gab es neben kulinarischen Leckerbissen einen Blick hinter die Kulissen der Produzenten und Anbauer. EOS-Präsident Benedikt Gramm gab auf dem Jubiläumshof in Vilpian einen Rückblick: „Der Hauptmarkt für diese „kleinen“ Produktgruppen wie etwa Honig oder Brot ist Südtirol, wenn auch diese im Ausland immer mehr Anklang finden. Durch verschiedene Veranstaltungen, Verkostungsaktionen, PR- und Werbemaßnahmen ist die EOS bestrebt, die Beliebtheit und Bekanntheit der Produkte im In- und Ausland weiter zu verstärken. So konnten in letzter Zeit beispielsweise das Schüttelbrot in Deutschland und der Apfelsaft in Norditalien einen steigenden Umsatz verbuchen.“ Die Produktvertreter berichteten bei der Feier über die Vorzüge der heimischen Erzeugnisse. Für Gaumenfreuden bei der kulinarischen Reise mit den Südtiroler Qualitätsprodukten sorgte Küchenmeister Willy Winkler. „Seit drei Jahren steht das Qualitätszeichen „Qualität Südtirol“ für Südtiroler Herkunft und geprüfte Qualität bei landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln. Der Konsument, der heute mehr denn je Wert auf Qualität und Herkunft der Nahrungsmittel legt, sucht nach der transparenten Rückverfolgbarkeit der Produkte und dafür steht das Südtiroler Qualitätszeichen“, sagt Wirtschaftslandesrat Werner Frick. Er hatte gemeinsam mit den Landesräten Hans Berger und Thomas Widmann im Juni 2005 das neue Qualitätszeichen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Strategie zur Qualitätssicherung
Folgende Produkte dürfen das Südtiroler Qualitätszeichen tragen: Milch und Milchprodukte, Brot, Apfelstrudel und Zelten, Gemüse, Beeren, Honig, Grappa, Apfelsaft, Heil- und Gewürzpflanzen. Die europäischen Ursprungsbezeichnungen g.g.A. oder g.U. dürfen hingegen folgende Produkte tragen: Südtiroler Apfel g.g.A., Südtiroler Speck g.g.A. und Stilfser Käse g.U. Das Qualitätszeichen gehört zur Dachmarken-Familie. Ebenso im Kleid der Dachmarke Südtirol präsentieren sich die Südtiroler Produkte mit der g.g.A. (geschützte geographische Angabe) und der g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung). „Das Qualitätszeichen ist Teil der Südtiroler Strategie zur Qualitätssicherung im Lebensmittelbereich. Produkte, die das Qualitätszeichen tragen, oder eine g.g.A. oder g.U., sind Garanten für geprüfte Qualität aus Südtirol. Unabhängige Kontrollstellen prüfen die Einhaltung der Qualitätsvorschriften“, so Frick.
Wichtig für Landwirtschaft
Die Anzahl der Nutzer des Qualitätszeichen Südtirol beläuft sich zurzeit auf insgesamt 269 Hersteller bzw. Genossenschaften: Apfelsaft: 6, Beeren: 2, Brot: 60, Gemüse: 5, Grappa: 6, Milch: 9, Honig:160 und Heil- und Gewürzpflanzen: 10. Zu betonen ist, dass bei den verschiedenen Genossenschaften meist mehrere Hundert Betriebe angegliedert sind. Das Südtiroler Qualitätszeichen dient somit nicht nur der Orientierung für die Konsumenten, sondern vor allem auch der Motivation und Wertschätzung der Betriebe, welche die Qualitätskriterien einhalten. Denn die Qualität des Produkts hängt besonders von der Qualität der eigenen Arbeit ab, sowohl beim Anbau, bei der Verarbeitung als auch bei der Verpackung. „Das Südtiroler Qualitätszeichen ist seit nunmehr 3 Jahren so etwas wie ein Leuchtturm im Meer der Produkte und bietet Konsumenten und Gästen auf der Suche nach besonderer Qualität Orientierungshilfe. Südtirols Landwirtschaft und Tourismus zeichnen sich durch diese besondere Qualität aus. Qualität, die wahrgenommen und erkannt werden will, um auch angemessen honoriert zu werden. In diesem Sinne ist das Qualitätszeichen von großer strategischer Bedeutung und ich bin überzeugt, dass wir uns auf dem richtigen Weg, dem Weg zu noch größeren Erfolgen, befinden“, so Landesrat Hans Berger.
Kontrollen garantieren Güte
Die Produkte mit dem Qualitätszeichen Südtirol müssen die strengen Regeln erfüllen, die in den einzelnen Pflichtenheften der Produktgruppen festgeschrieben sind. Folgende Produktgruppen, die das Qualitätszeichen Südtirol tragen dürfen, wurden 2007 von der Kontrollstelle, dem Istituto Nord Est Qualità (INEQ), im Auftrag der EOS kontrolliert: Naturtrüber Apfelsaft, Grappa, Honig, Brot- und Backspezialitäten, Erd- und Himbeeren, Gemüse bzw. Kartoffeln sowie Heil- und Gewürzpflanzen. Dabei wurden 7 Apfelsaftproduzenten, 6 Grappabrennereien, 160 Imker, 67 Bäcker und Konditoren, 3 Obstbaubetriebe, 6 Gemüsebaubetriebe und 10 Kräuterhöfe inspiziert. Das heißt, die Inspektoren haben 2007 259 Betriebe besucht, 170 Produktproben gezogen und diese insgesamt 897 Analysen unterzogen. Auch Milch und Milchprodukte wurden von der INEQ kontrolliert. Hier wurden 2007 insgesamt 11 Produktionsstätten inspiziert. Dabei wurden 831 Produktproben genommen, die 2079 mikrobiologischen oder chemischen Untersuchungen und 3896 sensorischen Prüfungen unterzogen wurden. Außerdem wurde bei 33 Produkten die Herkunft überprüft.